Jahreshauptversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Kemnath
Waldbauern schnitzen an Satzung

Vorsitzender Josef Hösl. Bild: ak
Vermischtes
Kulmain
05.04.2016
17
0

Orkan Niklas, Käferholz und fallende Preise drücken auf die Stimmung der Waldbesitzer in Deutschlands Süden. Weniger betroffen davon war die Region, die darauf mit gedrosseltem Holzeinschlag reagierte. Dies hatte auch Folgen für die Forstbetriebsgemeinschaft.

Ein volles Haus verbuchte die Forstbetriebsgemeinschaft Kemnath (FBG) bei der Jahreshauptversammlung. Vorsitzender Josef Hösl zog trotz schwierigem Umfeld in der Holzwirtschaft eine zufriedenstellende Bilanz. "Es war nach dem Jahrhundertsommer, der Trockenheit, dem Auf und Ab des Holzpreises und dem wachsenden Borkenkäferproblem ein spannendes Jahr", blickte er zurück.

Die aus den 1970er Jahren stammende FBG-Satzung musste in großen Teilen überarbeitet werden. Neu definiert wurden der Geltungsbereich durch Angabe der Gemeindegebiete und der Jahresabschluss mittels Gewinn-Verlust-Rechnung. Die Haftungsbeschränkung des Vorstandes änderte sich und die Zugehörigkeit ordentlicher Mitglieder wurde neu geregelt. Zudem ist die Mitgliederversammlung ohne Mindestteilnehmerzahl beschlussfähig. Außerdem regelte die Versammlung die Tätigkeitsvergütungen, Finanzierungsmöglichkeiten der FBG und die Verwendung des Vermögens bei Auflösung. Ohne Gegenstimme wurden die Änderungen angenommen.

Für die verhinderte Schatzmeisterin Christa Dötsch gab Walter Ehlich den Kassenbericht ab. Den erzielten Einnahmen in Höhe von 33 505 Euro stehen Ausgaben von 25 773 Euro gegenüber. Der Überschuss beträgt 7732 Euro. Die Revisoren Peter Scherm und Richard Schinner bescheinigten saubere Arbeit.

Straffere Termine


Der FBG gehören laut Hösl aktuell 573 Mitglieder mit einer Waldfläche von 5633 Hektar an. Die Geschäftsstelle ist derzeit mit einer Drittelstelle durch Christa Dötsch und Walter Ehlich besetzt. Eine Erhöhung ist für 2016 notwendig. Es fanden drei Vorstandssitzungen sowie Gebietsversammlungen in Kastl, Ölbrunn, Waldeck, Rodenzenreuth und Haidenaab statt. Eine Straffung der Termine wäre angebracht, meinte der Redner. Dabei stellte Geschäftsführer Ehlich jeweils die Holzmarktsituation und die Entwicklung der Holzvermarktungsströme vor.

Im Januar 2015 nahm die FBG an der Waldbesitzervereinigung Sechsämterland, im März an einer Besprechung im Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten in Tirschenreuth sowie im Juni an einer Ausschusssitzung zum Thema Holzmarkt teil. Im Juli besuchten Mitglieder eine Fortbildung zum Thema Sachkundenachweis zur Anwendung von Pflanzenschutzmitteln und eine Sitzung der Waldbesitzerdienstleistungsgesellschaft über neue Förderrichtlinien. Im September feierte die FBG mit dem Bayerischen Bauernverband 70-jähriges Bestehen in der Geschäftsstelle Tirschenreuth und beteiligte sich bei großem Besucherinteresse rund um das Waldhaus am dritten Forsttag der Steinwald-Allianz zum Thema "Waldnaturschutzjahr - Schützen und Nützen."

Der Vorstand besuchte Fortbildungen über Sicherungsmaßnahmen bei Waldarbeiten an Straßen und im Oktober über staatliche Förderung und Stärkung von Forstzusammenschlüssen. Im November fand eine Besprechung mit der Berufsgenossenschaft über den Maschinenbestand und eine Quartalsbesprechung mit der Arbeitsgemeinschaft nördliche Runde statt. Abschließend dankte Hösl den Vorstandskollegen und der Geschäftsführung für die fruchtbare Zusammenarbeit sowie den Mitgliedern für den guten Zusammenhalt.

App für Unfälle


Bürgermeister und stellvertretender Landrat Günter Kopp erklärte, dass der Landkreis zu 47 Prozent aus Waldflächen besteht. Die FBG verbessere als Dienstleister die Vermarktungschancen der Waldbauern. Zudem stärke sie die hiesige Wirtschaftskraft und sei ein wichtiger Baustein zum Erhalt des Naherholungsfaktors Wald.

Forstdirektor Johann Weber rief die Waldbesitzer zur Achtsamkeit auf, um das Borkenkäferproblem in den Griff zu bekommen. Er berichtete, dass im gesamten Staatsforst in den Wäldern Rettungstreffpunkte mittels Beschilderung eingerichtet wurden, um Hilfesuchenden und Rettungskräften das Auffinden bei Unfällen zu erleichtern. Die App "Hilfe im Wald" sei in zwei Monaten abrufbar.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.