Kapellenverein setzt vor 24 Jahren Ölbrunner Gotteshaus instand
Mit Sanierung keine Zeit verloren

Dem Kapellenverein um Vorsitzende Martina Amtmann (rechts neben Stein) feiert am Wochenende das 25-jährige Bestehen. Bilder: ak (2)
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Kulmain
17.08.2016
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Seit 1862 prägt die Ölbrunner Kapelle das Ortsbild. Nachdem ein Brand 1975 das Gotteshaus und die Einrichtung stark in Mitleidenschaft gezogen hatte, halfen die Dorfbewohner zusammen, um es wieder instand zu setzen. Seit nunmehr einem Vierteljahrhundert kümmert sich nun ein Verein um den Erhalt.

Auf ein Vierteljahrhundert gemeinnützige Tätigkeit blickt der Kapellenverein Ölbrunn zurück. Seitdem kümmern sich die Mitglieder mit viel Herzblut um den Erhalt des Gotteshauses inmitten der Ortschaft.

Ölbrunn. Das Jubiläum feiert der Verein mit den Bürgern am Samstag und Sonntag, 20. und 21. August, mit einem Zeltfest mit Gottesdienst und Andacht. Zelebrant an der Kapelle ist am Samstag um 19 Uhr Pfarrer i. R. Alois Lehner aus Weiden. Anschließend Festbetrieb mit herzhaften Köstlichkeiten. Am Sonntag beginnt um 14 Uhr die Andacht. Danach gibt es für die Gäste Kaffee und Kuchen.

Am 31. Mai 1991 wurde ein Verein zur Erhaltung und Förderung der Ortskapelle Ölbrunn gegründet. 1992 deckten die Mitglieder das Dach ab und ersetzten den irreparablen Glockenturm samt vom Holzwurm befallenen Dachstuhl. Die 1964 installierte Glocke konnte schon lange nicht mehr wegen Einsturzgefahr des Turmes geläutet werden.

Auch wurden das Grundmauerwerk entfeuchtet, der Außen- und Innenputz sowie die Fenster erneuert, der Farbanstrich bei den Granitgewändern entfernt, die Kapellentür repariert sowie ein Stromanschluss, Heizung und ein neuer Treppenzugang aus Granit hergestellt. Kosten: rund 15 000 Mark, die der Kapellenverein mit hohen Zuschüssen schulterte. Das sanierte Gotteshaus weihte Geistlicher Rat Alois Albersdorfer. Seither feiert der Kapellenbauverein regelmäßig sein Kapellenfest. Auf die Geschichte des Gotteshauses weist seit 2006 ein Gedenkstein aus Granit hin, der eine Bronzetafel mit den wichtigen Geschichtsdaten trägt. Der Findling stammt vom Steinmetzbetrieb Popp aus Schurbach.

Wiener Gasthofbesitzer aus Ölbrunn als ErbauerDie Kapelle ist der Schmerzhaften Gottesmutter Maria geweiht. Erbauen ließ sie 1862 Georg Prechtl. Der Ölbrunner hatte es als Gasthofbesitzer in Wien zu Wohlstand gebracht. In einem Brief des Kulmainer Pfarramtes an das Bischöfliche Ordinariat Regensburg aus dem Jahr 1860 berichtet Pfarrer Georg Müller, dass Prechtl dem Ausnahmbauern Georg Reger aus Frankenreuth ein Kapital von 400 Gulden zukommen ließ. Dieser hinterlegte das Geld beim Pfarramt. Prechtl hatte bestimmt, dass die Kapelle so hergerichtet werden sollte, dass darin die heilige Messe gefeiert werden kann. Müller berichtete dem Ordinariat, dass die Kapelle zu klein sei. Auf sein Ersuchen um "gütige Bestimmung", was mit der Schenkung getan werden soll, kam keine Rückantwort.

In der Zwischenzeit besuchte Martin Prechtl seinen Bruder in Wien. Er kam mit dem Wunsch seines Bruders zurück, dass die 400 Gulden "hypothekarisch versichert" werden sollten. Von den Zinsen sollte derjenige acht Gulden erhalten, der morgens, mittags und abends das Ave-Maria-Läuten besorgt. Weitere acht Gulden sollten für Reparaturen zur Verfügung stehen.

1863 erhielt die Kapelle eine neue Glocke. Wieder war es der Wiener Gasthofbesitzer, der deren Guss in einer Bayreuther Glockengießerei bezahlte. Martin Prechtl bat Pfarrer Müller um die Segnung der neuen Glocke, die erstmals die Bürger aus Ölbrunn, Babilon und Frankenreuth zum Gebet rufen sollte. Die Erlaubnis, "diese Glocke benedicieren zu dürfen", erteilte der Bischof am 11. August 1863. Drei Tage später erfolgte die feierliche Weihe der ersten Ölbrunner Glocke, die bis 1964 ihren Dienst tat. Sie hatte einen Sprung bekommen und wurde dann durch eine neue ersetzt, die Pfarrer Johann Vogl weihte.

1975 ereilte die Kapelle ein trauriges Schicksal. Kinder zündeten in der Kirche eine Kerze an, und der handgeschnitzte hölzerne Altar fing Feuer. Um das Gotteshaus wieder in altem Glanz herzustellen, schalteten die Ölbrunner Franz Busl ein. Der damalige Heimatpfleger erarbeitete ein Sanierungskonzept und verfasste Zuschussanträge an Pfarrei, Bezirk, Landkreis und an die ehemalige Gemeinde Lenau. Die Bürger des Ortes und aus Babilon brachten sich beim Verputzen und Einbau eines neuen Fußbodens ein. Ein Problem war jedoch zunächst, einen passenden Altar zu finden. Insgesamt beliefen sich die Renovierungskosten auf rund 7000 Mark.

Nach weiteren 16 Jahren waren die Wände nass, der Dachstuhl morsch und durch das Schieferdach regnete es herein. Unter Leitung des Kulmainer Kirchenpflegers Hans Scherm gingen die Ölbrunner die Außensanierung an. Um Zuschüsse zu erhalten, musste bei der noch laufenden Dorfsanierung ein Verein gegründet und die Marienkapelle ins Eigentum der Gemeinde überführt werden. Bei Vermessungsarbeiten war festgestellt worden, dass sie auf dem Grundstück des Gastwirts Herbert Scherm stand.

Dessen Familie trat 1991 das Kapellengrundstück kostenlos an die Gemeinde ab, was den Weg zur Außensanierung und Förderung mit Dorfsanierungsmitteln ebnete. (ak)
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