Monika Kainz über Ursachen und Vermeidung von Diabetes
Abnehmen die beste Medizin

Monika Kainz (rechts) machte ihren Zuhörern deutlich, dass auch schon Kinder und Jugendliche an Diabetes erkranken können. Bild: hfz
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Kulmain
31.03.2016
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Es waren besorgniserregende Zahlen, die etwa 40 Zuhörer im Pfarrheim erfuhren: Rund sieben Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Typ-2-Diabetes. Jeden Tag erkranken im Schnitt 750 Personen neu daran.

Der KAB-Ortsverband hatte Diabetesassistentin Monika Kainz eingeladen, das Thema "Diabetes" näher zu beleuchten. Laut der Immenreutherin kommt der Begriff "Diabetes mellitus" aus dem Griechischen und bedeutet "honigsüßer Durchfluss". Der Name beziehe sich auf den zuckerhaltigen Urin, an dessen Süße die Krankheit schon in der Antike erkannt wurde. Die Referentin erklärte zunächst den Unterschied zwischen der Typ-1 und Typ-2 Diabetes. Bei Typ-1-Diabetes handle es sich um eine Autoimmunkrankheit. Dabei richte sich das körpereigene Immunsystem gegen die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse und zerstöre diese langsam. Der Körper könne kein Insulin mehr produzieren. Dieses müsste dann lebenslang gespritzt werden, um den Blutzuckerspiegel zu senken. Die Ursachen für Typ-1-Diabetes seien noch nicht ganz geklärt.

Bei Typ-2-Diabetikern versagt das Andocken des Insulins an den Wänden von Fett- und Muskelzellen. Die Glukose gelangt zur Energieerzeugung nicht in das Innere dieser Zellen und bleibt im Blutkreislauf. Die Folgen sind Müdigkeit, Leistungsabfall, Durst, starker Harndrang, Infektanfälligkeit, schlechte Wundheilung oder auch Hautprobleme. Auslöser können eine genetische Veranlagung, falsche Ernährung und Bewegungsmangel sein.

Das Risiko, eine Typ-2-Diabetes zu entwickeln, steigt mit zunehmendem Übergewicht an. Umgekehrt wirkt die Gewichtsreduktion. Die Folgen unbehandelter Diabetes sind Gefäßerkrankungen, die bis zur Fußamputation führen können Dazu kommen erhöhte Risiken für Schlaganfall, Herzinfarkt, Schädigungen der Niere und der Netzhaut bis hin zur Erblindung.

Bei Typ-2-Diabetikern sind laut Kainz die Umstellung der Ernährung und Bewegung wichtig. Bereits ein flotter Spaziergang senke den Blutzuckerspiegel. Mit jedem verlorenen Kilogramm normalisierten sich die Stoffwechselparameter. Derartige Verbesserungen seien bei keinem Medikament zu beobachten. Eine gute Zucker-Einstellung mit regelmäßiger Blutzucker-Kontrolle und der jährliche Augenarztbesuch seien ebenfalls unerlässlich. Bei der neuesten Methode zur Zuckermessung werde ein zwei Euro-Stück großer Sensor auf die Haut des Oberarms gedrückt, der schmerzfrei im Unterhautfettgewebe die Glukosewerte misst und abspeichert. Die Kosten für derartige Geräte werden aber von den Krankenkassen noch nicht übernommen.

Mit einem Quiz, bei dem die Zuhörer den Zuckeranteil in Lebensmitteln wie Pommes, Pizza und anderen erraten sollten, und einer kostenloser Blutzucker-Messung endete das Referat. Die KAB-Vorsitzenden Josef Hofmann und Otti Schönfelder dankten Kainz mit einem Präsent.
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