Nummer zwei nach Fußball
Vorsitzender Günther Zwick berichtet über die lange Geschichte des Sängerbundes

Erinnerungen des Sängerbundes an die Anfänge des 20. Jahrhunderts: Eine alte Schnupftabakdose mit graviertem Deckel, sowie ein rund 110 Jahre alter Vereinsstempel der Harmonia.
Vermischtes
Kulmain
30.12.2015
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Eine 110-jährige Vergangenheit kann der Sängerbund bereits aufweisen. Vorsitzender Günther Zwick blickte auf die lange Geschichte des organisierten Gesanges in Kulmain zurück.

Um 1905 wurde mit der "Harmonia" ein Gesangsvorgänger des Sängerbundes gegründet. An die Gründerzeit erinnert nur noch eine riesige Schnupftabakdose mit der Aufschrift "Gesang-Verein Harmoni Kulmain, gewidmet von G. Schwindler" sowie ein Vereinsstempel. Das "a" aus "Harmonia" passte entweder nicht mehr auf den Dosendeckel oder wurde einfach dem Sprachgebrauch entsprechend weggelassen. Beide Erinnerungsstücke an die gute alte Zeit werden immer vom jeweiligen Vereinsvorsitzenden verwahrt.

Ein Lehrer namens Buckler


Man weiß aus den wenigen noch vorhandenen Unterlagen, dass damals ein Lehrer namens Buckler den Chor leitete. Am 14. Dezember 1928 fand die erste Wiedergründung des Gesangsvereins im Vereinslokal Weyh statt. Der bei Mitterteich geborene Geistliche Karl Forster war der Initiator und musikalische Leiter. Er erhielt als Kooperator die Erlaubnis des Ordinariats den Chor zu leiten bis er Jahre später ein Musikstudium aufnahm. Nach dem Krieg wurde er Chorleiter in der Sankt-Hedwigs-Kathedrale in Berlin.

Unter seiner Leitung entstanden zahlreiche Schallplatten mit geistlichem Liedgut. Ältere Mitglieder erinnern sich noch an seinen Besuch an alter Wirkungsstätte in Kulmain, die Festmesse und den Auftritt am Kriegerdenkmal. Nach Vereinsverbot in der Nazizeit und Kriegswirren wurde der Sängerbund nach zweimaligem Anlauf im Gasthaus Weyh 1951 wiedergegründet, um das Kulturgut Männerchorgesang wieder zu pflegen. Erster Vorsitzender war damals Martin Prösl. Als Chorleiter fungierte Lehrer Alfons Zwick, der Vater des heutigen Vorsitzenden.

Im Gasthof Wiesend


Günther Zwick trat dem Verein 1955 bei. Der Sängerbund war damals nach dem Fußballverein die Nummer zwei in der Vereinsliste. 1966 verlegten die Sänger ihre Proben und das Vereinslokal in das Gesangszimmer im Gasthof Wiesend. Dort wird seither geprobt und miteinander gesungen.
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