Prechtl erkundet bei KAB, was Leben wertvoll macht
Keine Zeit vergeuden

Wenn Edmund Prechtl (stehend) referiert, kommt der Humor nicht zu kurz. Das galt auch für seinen Vortrag im Pfarrheim, in dem der Pressather Stadtpfarrer nicht nur Präses Markus Bruckner sowie die Vorsitzenden Otti Schönfelder und Josef Hofmann mehr als einmal zum Schmunzeln brachte. Bild: hfz
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Kulmain
26.04.2016
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Was macht das Leben wertvoll? Viele unterschiedliche Aspekte zu dieser Frage trugen die Zuhörer im Pfarrheim bei. Die Antworten gingen von Motorradfahren, Freundschaften pflegen, einer schönen Schafkopfrunde bis hin zu interessanten Reisen, Geborgenheit in der Familie und das Genießen von gutem Essen. "Das sind doch alles erschwingliche Dinge", meinte Stadtpfarrer Edmund Prechtl.

Ihn hatten die Verantwortlichen des KAB-Ortsverbandes als Referenten eingeladen. Käme man in fünf Jahren wieder zusammen, würden die Antworten eventuell anders lauten, meinte Prechtl. Am Beispiel einer Kofferpackliste für den Urlaub machte er die Bedürfnisse in verschiedenen Altersstufen deutlich. Fülle man in jungen Jahren den Koffer noch mit "leichteren Kleidungsstücken" wird er mit zunehmendem Alter eher mit Wollsocken, Wärmflasche und bequemeren Anziehsachen bestückt.

In diesem Zusammenhang wies Prechtl auf das Buch "Wenn ich nur noch einen Tag zu Leben hätte" von Benediktinerpater Anselm Grün hin. Es zeige deutlich, wie wertvoll gerade die kleinen Dinge des Lebens werden, wenn man sie zu verlieren glaubt. Der Stadtpfarrer verriet, dass ihm gerade das Thema "Tod" verunsichert habe, Priester zu werden. Doch als er miterlebte, wie ein Nachbar starb, erkannte er, dass seine Angst davor, kranke und sterbende Menschen begleiten zu müssen, unbegründet war.

Als Krankenhausseelsorger gehe er nach Krankenbesuchen immer als Beschenkter nach Hause. Besonders Personen, die stets auf "hohem Niveau jammern" würde er gerne einmal in die Kinderonkologie mitnehmen. "Dort merkt man, was im Leben wirklich wichtig ist." Die wichtigsten Dinge im Leben bekäme der Mensch sowieso geschenkt. Und dass Gott uns bedingungslos liebt, sei das schönste Geschenk.

"Griesgrämige Gesichter"


Schlimm sei es für ihn, wenn er während einer Messe in so manch "griesgrämige" Gesichter blicke. Denn eigentlich sollten wir wegen unseres Glaubens frohe Christen sein und deswegen Freude ausstrahlen. Prechtl wies auf die Stunden von Papst Johannes Paul II. vor seinem Tod hin, als er sich in all seiner Gebrechlichkeit den Menschen zeigte. Denn in Gott sei jeder groß und wertvoll, und bleibe es auch in Krankheit, Leid und Tod. Prechtl gab jeglicher Art von Sterbehilfe eine klare Absage. Jedem Menschen tue es gut, wenn man ihn annimmt, so wie er ist.

In einem Strudel von Arbeit und Verpflichtungen gehen wertvolle Stunden verloren. Dabei ist es vor allem Zeit, die wir uns für unsere Lieben nehmen sollten. Dabei sollte die Ehrfurcht vor Gott ein wichtiges Erziehungsziel sein. Denn ein Volk ohne Bindung an Gott gehe kaputt, so der Pfarrer. Der Glaube sei auch ein Liebesverhältnis zu Gott. Mit dieser Liebe im Herzen gelängen Dinge, die undenkbar erscheinen.

Pfarrer Prechtl machte auf das "Hohelied der Liebe" des Apostels Paulus aufmerksam. In diesem Text sollte das Wort "Liebe" gegen das Wort "Ich" ersetzt werden. Am Ende seines Referates brachte der Geistliche das Gebet von Franz von Assisi zu Gehör: "O Herr, mache mich zum Werkzeug deines Friedens" und schloss mit einer kleinen Anekdote. Eine altgediente Mesnerin habe ihm einmal folgende Weisheit mitgegeben: "Streit'n dou ich mi erst gaua niad, sunst maist i mi ja bloß wieder vertrong."
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