Rainer Fischer erklärt die Versteuerung von Renten
Brief des Finanzamtes abwarten

Rainer Fischer brachte Licht in den Paragraphen-Dschungel bei der Versteuerung von Renten. Bild: bkr
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Kulmain
09.08.2016
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Bis 2004 genossen Rentner steuerlich eine ruhige Zeit. Das Finanzamt ließ sie in Frieden. Abgaben brauchten sie auf ihre Altersbezüge nicht zu entrichten. Seit 2005 ist das anders, und in diesem Jahr schreckten Meldungen auf, dass nun alle Steuer zahlen müssten.

"In unserer Gegend trifft es für den Durchschnittsrentner nicht zu. Eine Jahresrente von 40 000 Euro haben die Wenigsten", beruhigte Diplom-Finanzwirt (FH) Rainer Fischer aus Waldsassen. Auf Einladung der Seniorenbeauftragten Hildegard Schroll referierte der Finanzexperte über das komplexe Thema "Versteuerung von Renten". Rund 60 Zuhörer hatten den Weg ins Sportheim gefunden. Geistig folgten sie Rainer Fischer durch den Dschungel steuerlicher Regelungen, die speziell Ruheständler betreffen.

Seit 2005 seien 50 Prozent der Renten steuerpflichtig. 50 Prozent werden als Freibetrag gewährt, erklärte der Referent. Dieser Freibetrag ändere sich durch Rentenerhöhungen nicht. "Alle Rentensteigerungen ab 2005 sind dagegen zu 100 Prozent steuerpflichtig."

Der Freibetrag für Neurentner verringere sich jährlich und werde 2040 auf Null sinken. Ab diesem Zeitpunkt werden Renten wie Arbeitslohn behandelt. Rentner seien dann den Beamten gleichgestellt, deren Pension schon immer der Versteuerung unterliege. Die Versteuerung der Renten erfolge aufgrund eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts und sei keine Erfindung der Politiker, betonte Fischer.

Auf die Frage, ob Rentner eine Steuererklärung abgeben müssten, riet der Referent abzuwarten, bis eine Aufforderung durch das Finanzamt erfolge. Was bei der Versteuerung der Zinsen nicht auf den Weg gebracht wurde, sei bei den Renten sehr schnell geschafft worden. Die Rentenbeiträge werden an die Finanzämter gemeldet.

Fischer erklärte die steuerlichen Besonderheiten, die sich ergeben, wenn beide Ehepartner im Ruhestand sind oder ein Partner noch arbeitet, wenn Freibeträge eingetragen sind oder Kapitaleinkünfte erzielt werden.

Ein breites Spektrum beanspruchten ebenso die abziehbaren Freibeträge, Pflegepauschalbeträge, haushaltsnahe Dienstleistungen, Freibeträge für Behinderte, Sonderausgaben, Freibeträge für Übungsleiter oder außergewöhnliche Belastungen bei Krankheiten.
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Hans - Peter Kastner aus Brand | 09.08.2016 | 11:59  
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