Rosenkranzandacht des KAB-Kreisverbandes Kemnath
Viele Vorbilder im Glauben

Mit Pfarrer Sven Grillmeier (rechts) zogen die Mitglieder der KAB-Ortsverbandes betend hinauf zur Wallfahrtskirche auf dem Armesberg. Bild: bkr
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Kulmain
12.10.2016
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Der Oktober ist der Rosenkranzmonat und er ist Maria geweiht. Der KAB-Kreisverband Kemnath nahm ihn am Montag zum Anlass, in einer Andacht in der Wallfahrtskirche auf dem Armesberg, den Schutzpatronen der Katholischen Arbeiterbewegung zu gedenken.

Armesberg. Fast 100 Mitglieder aus den Ortsverbänden versammelten sich am Abend auf dem Parkplatz beim Mesnerhaus. Pfarrer Sven Grillmeier führte sie betend hinauf zur Wallfahrtskirche. In der Andacht nach einem Rosenkranz schenkte der Geistliche den Schutzpatronen der KAB seine Aufmerksamkeit und dem, was sie uns heute zu sagen haben.

So stellte er die seliggesprochenen Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, Marcel Callo und Nikolaus Groß, als Vorbilder für Glauben heraus. Der zur christlichen Arbeiterjugend gehörende Franzose Callo wurde als Zwangsarbeiter nach Deutschland verschleppt. Er sagte: "Ich gehe nicht als Arbeiter dorthin - ich fahre als Missionar." Möglichkeiten zur Flucht nutzte er nicht. Er entschloss sich zur freiwilligen Zwangsarbeit, um zu missionieren. Im März 1945 starb er im Konzentrationslager Mauthausen.

Nikolaus Groß war führender christlicher Gewerkschaftler in der KAB, Redakteur und Widerstandskämpfer. Er zeichnete sich durch seinen NS-kritischen Kurs aus. Er wurde mit dem Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 in Verbindung gebracht und zum Tode verurteilt.

Bischof Emmanuel von Ketteler sah im 19. Jahrhundert, wie es den Arbeitern geht. "Die Kirche stand als erster auf der Seite der Arbeiterklasse", sagte Grillmeier. Ketteler unterstützte als Mainzer Bischof den Zusammenschluss der Arbeitervereine zur christlichen Arbeiterbewegung. Zu den Schutzpatronen der KAB gehört außerdem der heilige Josef. Er sei ein Beispiel dafür, "dass man nicht immer vorne dran sein und schreien muss". Viel wichtiger sei die Arbeit der Menschen im Hintergrund. Der Pfarrer forderte auf, den Glauben immer wieder zu erneuern und neu zu beleben. "Wir haben unseren Glauben in einer Schachtel abgelegt", sagte er. Viele praktizierten den Glauben nur beim Gottesdienst.

Für die Ausgestaltung zeichnete in diesem Jahr der Ortsverband Kirchenlaibach mit ihrem Vorsitzenden Fritz Fraunholz verantwortlich. Musikalisch umrahmte der Kirchenchor Kirchenlaibach mit Alfred Malzer die Rosenkranzandacht.
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