Vortrag über Borkenkäfersituation bei der Jahreshauptversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft ...
Handeln bei Befall

Sucht den Befallherd, kennzeichnet die Bäume, arbeitet Käferholz unverzüglich auf und schafft es raus aus dem Wald
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Kulmain
07.04.2016
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Die Warnampel für das große Krabbeln im Wald steht für die Region noch auf Gelb. Die Waldbesitzer hoffen, dass das Frühjahrs- und Sommerwetter sowie die Achtsamkeit aller eine große Invasion von Kupferstecher und Buchdrucker verhindern.

Einen Überblick über die aktuelle Borkenkäfersituation in Bayern gab Privatwaldbetreuer und Förster Heribert Bradtka vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bei der Jahreshauptversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Kemnath. Gefährdet sind fast hauptsächlich Fichten. Deren Ursprungsgebiet sind die Hochlagen des Bayerischen Waldes und das Hochgebirge.

Im hiesigen Raum ist diese Baumart nicht immer optimal. Sie ist als Futter- und Nistplatz des Borkenkäfers ideal. Der Orkan Niklas hinterließ zwar Schäden in der nördlichen Oberpfalz, doch die große Trockenheit und der warme Sommer gaben der Käferpopulation Vorschub. "Der Sommerbefall ist schwer aufzufinden. Die Richtung der Käferpopulation ging letztes Jahr verstärkt ins Bestandsinnere. Besonders im Süden zeigt das Käfermonitoring eine starke Vermehrung. Wir dürfen keinesfalls schlampern", erklärte Bradtka.

Aus einer Altfichte können bis zu 20 000 Jungkäfer ausfliegen. Deren Entwicklungszeit beträgt sieben bis zwölf Wochen. Ein übersehener Käferbaum hat bis zu 20 neu befallene Bäume zur Folge. Aufgrund des günstigen Wetters bildeten sich 2015 bis zu drei Käfergenerationen. Der Kupferstecher befällt hauptsächlich Jungbestände und die Kronen von Altbäumen. Deshalb sollten befallene Fichten sofort nach deren Identifizierung als Käferbaum aufgearbeitet werden. Der Befall ist besonders durch die rote, gelbe, oder graue Verfärbung der Kronen, starken Nadelabfall und abfallende Rinde festzustellen. Dazu sind Einbohrlöcher und kleine Harztröpfchen sichere Kennzeichen für die Borkenkäferarten.

Der Käfer überwintert in der Rinde und in der Bodenstreu. "Sucht den Befallherd, kennzeichnet die Bäume, arbeitet Käferholz unverzüglich auf und schafft es raus aus dem Wald", war Bradtkas dringender Rat. Auch der Eintrag der Käferbäume in einen Lageplan ist hilfreich. Das Kronen- und Astholz sollte gehäckselt oder verbrannt werden. Aus Käferholz gewonnenes Brennholz darf nicht im Wald gelagert werden. Zudem soll Stammholz stärker als zehn Zentimeter Durchmesser zügig verkauft und abtransportiert werden.

Die Lagerung von Käferholz darf nur in einem Abstand von 500 Metern bis zum nächsten Fichtenwald erfolgen. Ein Entrinden des Stammholzes ist von Vorteil. Von einer Polterspritzung riet er ab. Der Referent wies darauf hin, dass die Waldbesitzer dazu verpflichtet sind, Borkenkäferholz schnellst möglichst zu beseitigen, ansonsten droht Bußgeld bis zur Ersatzvornahme. "Ich biete Euch bei Befallsverdacht meine kostenlose Hilfe bei der Begutachtung und Beratung an", sagte Bradtka abschließend.
Sucht den Befallherd, kennzeichnet die Bäume, arbeitet Käferholz unverzüglich auf und schafft es raus aus dem WaldHeribert Bradtka
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