Experten und Staatsanwaltschaft untersuchen, wer dafür verantwortlich ist - Keine Gefahr für ...
Abwasserpilz in der Lauterach-Quelle

Lokales
Lauterhofen
26.01.2015
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Ein Abwasserpilz, der seit einigen Monaten im Wasser der Lauterachquelle auftritt, beschäftigt derzeit das Wasserwirtschaftsamt Regensburg und die Staatsanwaltschaft.

"Abwasserpilz" ist laut Wikipedia eine umgangssprachliche Bezeichnung für eine Lebensgemeinschaft aus diversen Bakterien, die relativ häufig in Kläranlagen für Probleme sorgen. Im Fall der Lauterachquelle hat die Marktgemeinde Lauterhofen, auf deren Gebiet sie liegt, dem Wasserwirtschaftsamt Regensburg Ende Oktober 2014 die Verunreinigung gemeldet. "Wir untersuchen jetzt alle möglichen Eintragspfade", beschreibt Gewässerbiologe Dr. Jörg Brandner vom Wasserwirtschaftsamt dessen Aufgabe. Auch Experten des Landesamtes für Umwelt und des Neumarkter Landratsamtes sind laut Mitteilung eingeschaltet, um die Ursache des Auftretens der Bakterien herauszufinden. Gleichzeitig ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Karst macht Probleme

Weil hier ein Gesetzesverstoß im Raum steht, hält sich das Wasserwirtschaftsamt mit weitergehenden Informationen zurück. Per Presseinfo verrät es aber immerhin, dass die Kanalisation des Marktes Lauterhofen und der Regens-Wagner-Stiftung, die Biogasanlagen der Umgebung sowie landwirtschaftliche Flächen im Einzugsgebiet der Lauterachquelle unter die Lupe genommen werden. Mit Kamerabefahrungen, intensiven Sichtprüfungen aller Abwasseranlagen oder speziellen chemischen Analyseverfahren versuche man "mögliche Leckagen aufzuspüren". Die "schwer nachvollziehbaren Grundwasserströme im Karstgestein" bereiteten aber Schwierigkeiten. Die Ursache der Verunreinigung, so betont das Amt, sei komplex. "Daher ist ein hoher analytischer Aufwand erforderlich."

Eine gesundheitliche Gefährdung für Menschen befürchtet man aufseiten des Wasserwirtschaftsamtes nicht. Ähnlich sieht das Dr. Roland Brey, der Leiter des Gesundheitsamtes für die Stadt Amberg und den Landkreis Amberg-Sulzbach, auf dessen Gebiet die Lauterach hauptsächlich fließt. Die Flüsse in der Region werden laut Brey schon immer als Vorfluter benutzt. Das heißt, sie nehmen Abwässer auf. Die Wasserqualität sei deshalb nicht geeignet, um in diesen Flüssen zu baden. Sie enthielten auch andere Keime. "Das ist deshalb keine Überraschung."

Nach Kläranlage nicht klar

Abwasser werde nicht unbedenklich, nur weil es eine Kläranlage durchlaufe. Das gelte auch bei uns in der Region, selbst wenn hier die Flüsse eine viel bessere Wasserqualität hätten als etwa in Oberbayern. Im Landkreis würden sie allerdings "von der gesundheitlichen Seite her nicht regelmäßig untersucht". Das sei eher in der Region Schwandorf der Fall, wo es viele beliebte Badegewässer gebe.
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