Fünf Ordensfrauen feiern in der Regens-Wagner-Einrichtung am Karlshof Professjubiläum – ...
Miteinander 295 Jahre bei Dillinger Franziskanerinnen

Ihr Professjubiläum feierten fünf Schwestern im Karlshof in Lauterhofen zusammen mit dem Plankstettener Abt Beda Sonnenberg (mit Bischofsmütze) und den obersten Schwestern aus Dillingen und Bamberg sowie mit zahlreichen Geistlichen (von links sitzend): die Schwestern Brigitte, Merlina, Germelinde, Willibalda und Nidgard. Bild: jp
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Lauterhofen
05.10.2016
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Lauterhofen/Karlshof. In der Regens-Wagner-Einrichtung am Karlshof in Lauterhofen feierten fünf Ordensfrauen Professjubiläum. Den Fest- und Dankgottesdienst dazu in der St.-Elisabeth-Hauskirche gestaltete Abt Beda Sonnenberg aus Plankstetten zusammen mit Prodekan Gerhard Ehrl und zahlreichen anderen Geistlichen. Für die musikalische Gestaltung sorgte der Kirchenchor Lauterhofen.

Glückwünsche an die Jubelschwestern überbrachten Provinzoberin Gerda Friedel, Provinzvikarin Michaele Speckner (beide Regens-Wagner Dillingen), ebenso die Provinzoberin Martina Schmidt und Provinzvikarin Pernela Schirmer (beide Bamberg). Die Gratulanten des Konventes Lauterhofen waren Konventoberin Regitta Michel und Konventvikarin Bernadette Gevich.

"Über unser Leben hinaus"


In seiner Ansprache nannte es Abt Sonnenberg ein großes Geschenk, so lange wie die Jubelschwestern - zusammen 295 Jahre - mit Jesus unterwegs sein zu dürfen. Den Jubilarinnen zugewandt betonte der Abt: "Unsere Werke gehen über unser Leben hinaus."

Höhepunkt beim Gottesdienst war die gemeinsame Professerneuerung der Schwestern. Schwester Willibalda Guttenberger die auf 65-jährige Ordensjahre blickte, stammt aus Kastl und ist mit sechs Geschwistern aufgewachsen, von denen noch eine Schwester lebt. Im Arbeitsdienst während des Zweiten Weltkrieges erlebte sie eine harte Zeit. Die spätere Ordensfrau erlernte den Beruf der Erzieherin und war nach ihrem Ordenseintritt bei den Dillinger Franziskanerinnen ab 1950 zunächst 13 Jahre in Unterhaching bei München in einem Heim bei verhaltensauffälligen Jungen tätig. Danach kam sie nach Burgkunstadt zu erwachsenen Frauen mit geistiger Behinderung. Nach dem Eintritt ins Rentenalter kam sie schließlich 2011 zum Konvent nach Lauterhofen.

Als Köchin


Aus Trautmannshofen stammt Schwester Germelinde Hollweck, die das Jubiläum für 60 Ordensjahre feierte. Die Ordensfrau ist ebenfalls mit sechs Geschwistern aufgewachsen. Nach dem Besuch der Volks- und Berufsschule arbeitete sie zunächst auf dem elterlichen Hof in der Landwirtschaft. 1953 kam die damals 26-Jährige als Kandidatin in die einstige Pflegeanstalt am Karlshof, um Dillinger Franziskanerin zu werden. Von 1956 bis 1997 trug sie die Verantwortung als Köchin bei Regens-Wagner in Lauterhofen. Wie ihr bescheinigt wurde, setzte sie sich mit ganzer Kraft für ihren Beruf ein und klagte nie über zu viel Arbeit. Ihren Lebensabend verbringt sie im Pflegebereich, wo sie noch ohne Brille die Heimatzeitung liest, ebenso Bücher oder Broschüren.

Ebenfalls auf 60 Ordensjahre blickte Schwester M. Nidgard Aschner zurück, die ab 1929 in Ottobeuren im Unterallgäu aufwuchs. Dort besuchte sie die Volks- und Fortbildungsschule und absolvierte eine kaufmännische Ausbildung. Mit 25 Jahren trat sie 1954 bei den Dillinger Franziskanerinnen ein und begann zwölf Monate später in Dillingen ihr Noviziat, um dort nach einem weiteren Jahr ihre Profess abzulegen. Bereits dann kam Schwester Nidgard nach Lauterhofen und arbeitete im Büro, wo sie bis zum Renteneintrittsalter tätig war. In Lauterhofen erlernte die Ordensfrau das Orgelspiel und begleitete die Gottesdienste. In Festzeiten studierte Schwester Nidgard mit den Heimbewohnern sogar Theaterstücke ein. "Mit ihrem guten Gedächtnis und dem erworbenen Wissen war sie oft ein lebendes Archiv", wurde ihr bescheinigt.

Kränze und Gestecke


Aus Lay im Landkreis Hilpoltstein kommt Schwester Merlina Gerngroß, die ebenfalls auf 60 Ordensjahre hinter sich hat. Bereits mit 24 kam sie zu den Dillinger Franziskanerinnen, um 1956 ihre Profess abzulegen. Danach war sie 36 Jahre in der Gärtnerei bei Regens-Wagner in Holnstein im Einsatz. Während der Wintermonate reparierte sie Schuhe für Bewohner und Mitschwestern. 1992 kam Schwester Merlina nach Lauterhofen. Ihre Leidenschaft war das Anfertigen von Kränzen und Gestecken in der Vorweihnachtszeit, stricken von Socken und Radl fahren.

Leiterin in St. Gregor


Das Goldene Professjubiläum feierte Schwester M. Brigitte Müller, die 1943 geboren wurde. Nach der Ausbildung zur Handarbeits- und Hauswirtschaftslehrerin erwarb sie 1972 die Qualifikation als Diplomsozialpädagogin. Mit 23 Jahren legte sie ihre Erstprofess und 1973 ihre Profess auf Lebenszeit ab. Schwester Brigitte war vier Jahre als Handarbeits- und Hauswirtschafterin tätig. Nach der Ausbildung zur Sozialpädagogin war sie von 1972 bis 1984 als Gruppen- und Erziehungsleiterin im Antoniuskinderheim in Gersdorf, von 1984 bis 1992 Fachlehrerin für Praxis- und Methodenlehre an der Berufsfachschule für Kinderpflege, von 1993 bis 2002 Hausleiterin des Familienerholungsheimes Franziskushöhe in Lohr am Main und Oberin des Schwesternkonventes. Anschließend war die Ordensfrau zwei Jahre Mitarbeiterin im Konradshof, einer Mutter-/Vater-/Kind-Einrichtung in Vierzehnheilligen. Weiterer Einsatzort war für sie von 2003 bis 2007 als Betriebsleiterin im Gästehaus St. Gregor der Benediktinerabteilung in Plankstetten, bevor sie Oberin des Schwesternkonvents in Straubing wurde. Seit Mai 2014 lebt Schwester Brigitte in der Konventgemeinschaft Lauterhofen, wo sie ihren Ruhestand verbringt.

Noch heute übernimmt die Ordensfrau zudem Dienste in der Gemeinschaft. "Ihr Einfühlungsvermögen für unsere Schwestern wird von allen geschätzt", lobte Konventoberin Schwester Regitta.
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