Schutz vor Schlammmassen

Bürgermeister Johann Burger (links), Martin Teubner und die weiteren Mitglieder des Leonberger Gemeinderates besichtigten vor der Sitzung einen Baustellenbereich an der Kreisstraße 40 oberhalb vom Ortseingang. Verschiedene Schutzvorkehrungen sollen künftig verhindern, dass Schlamm von Feldern nach Leonberg hineinfließt. Bild: jr
Politik
Leonberg
17.09.2016
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Es war schon recht düster, als der Leonberger Gemeinderat einen Baustellenbereich am Ortseingang besichtigte. Doch selbst im schwachen Licht konnte das Gremium noch zufrieden feststellen, dass der Schutz vor Überschwemmungen deutlich verbessert wurde.

In den Jahren 2012 und 2013 hatten Starkregen-Ereignisse große Schäden in Leonberg verursacht. Daher lag ein Hauptaugenmerk der aktuellen Bauarbeiten entlang der Kreisstraße auf entsprechenden Schutzvorkehrungen. Bei einem Ortstermin vor der Gemeinderatssitzung erläuterte Bürgermeister Johann Burger die Maßnahmen. So wurde ein 60-Zentimeter-Betonrohr eingebaut, um Wasser abzuleiten, das von den Feldern kommt. Aufgetürmt wurde zudem ein rund 1,20 Meter hoher Damm, der den Schlamm zurückhalten soll, so dass nur Wasser in den Ablauf gelangt.

Dank für Flächentausch


"Der Schlamm war bisher das größte Problem", betonte Bürgermeister. Nach starken Regengüssen seien Schlammmassen sogar bis zum Pfarrhof vorgedrungen. Möglich geworden seien die jüngsten Bauarbeiten nur, weil Grundstücksbesitzer bereit waren, Flächen zu tauschen. "Ihnen gilt mein Dank", sagte der Bürgermeister. Im Zuge der Maßnahmen wird auch die benachbarte Bushaltestelle neu ausgebaut. Burger hofft auf den Abschluss der Arbeiten bis Anfang Oktober. Die Gemeinderatsmitglieder zeigten sich angetan von den Maßnahmen und entsprechend zuversichtlich, dass es bei Starkregen künftig tatsächlich nicht mehr zu Schäden kommt.

Förderverein angeregt


Im Zuge der energetischen Sanierung des Pfarr- und Jugendheims sollen neue Holzfenster eingebaut werden. Dafür wurden der Gemeinde Mittel aus dem Kommunalen Investitionsprogramm (KIP) in Höhe von 95 600 Euro fest zugesagt (wir berichteten). Bürgermeister Burger informierte, dass bis November die Pläne des Mitterteicher Architekten Anton Glaßl vorliegen sollen. In diesem Zusammenhang regte Burger die Gründung eines eigenen Fördervereins für das Pfarr- und Jugendheim an. Darüber soll in nächster Zeit noch ausführlich diskutiert werden.

"Grässliche" Stelen


Ein einheitliches Beschilderungs- und Besucherlenkungskonzept soll in allen zehn Mitgliedsgemeinden der Ikom Stiftland verwirklicht werden. Rudolf Ehstand aus Tirschenreuth hat dazu eine Planung erstellt. Bürgermeister Johann Burger gab gleich zu verstehen, dass "wir keinen Schilderwald wollen". Vorgesehen sind aktuell zwei Stelen mit geschichtlichen Informationen - eine für Leonberg und eine für Königshütte. Burger berichtete von einer möglichen Förderung in Höhe von 70 bis 75 Prozent. Eine Stelle soll laut Angebot 1460 Euro kosten. In Tirschenreuth, so Burger, habe der Bauhof die damit verbundenen Arbeiten in Eigenregie durchgeführt. "Das könnten wir auch machen." Ganz und gar nicht begeistert zeigte sich Max Zintl (CSU), der die Stelen als "grässlich" bezeichnete. Alois Männer (CSU) sprach sich stattdessen für sechseckige Basaltquader aus. Schließlich einigten sich die Räte, erst die genauen Kosten ermitteln zu lassen, ehe erneut debattiert wird.

Messungen an den Ortsdurchfahrten haben in Pfaffenreuth 13 474 Fahrzeuge in einer Woche ergeben, in Hofteich 1630 Fahrzeuge in fünf Tagen. Dabei kam laut Johann Burger zum Vorschein, dass in Pfaffenreuth viele Fahrzeuge zu schnell unterwegs gewesen seien, während sich die Situation in Hofteich einigermaßen im Rahmen gehalten habe. Verschiedene Schäden haben Kamerafahrten in einigen Kanälen ans Licht gebracht. Vor allem in Themenreuth hätten Bäume und deren Wurzeln für Beschädigungen gesorgt. Hier besteht nun Verbesserungsbedarf.

Erneut ein Thema war die Brücke in Kriegermühle. Die Regierung der Oberpfalz habe nach einer Besichtigung mitgeteilt, dass ein Neubau eine deutliche Verbesserung mit sich brächte. Die Höchstgeschwindigkeit würde dann bei 50 km/h liegen. Bürgermeister Burger machte deutlich, dass es bei einem Neubau Zuschüsse gäbe, bei einer Sanierung aber nicht. Weiter informierte der Bürgermeister über einen Bescheid des Landratsamtes, wonach das Einleiten von Wasser aus Dobrigau in die Wondreb (Gewässer II. Ordnung) bis 2036 gesichert sei. Eingeleitet werden darf aber nur Regenwasser.
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