Pater Hans Junker feiert 80. Geburtstag
"Ich habe es nie bereut"

BGR Pater Hans Junker. Bild: jr
Vermischtes
Leonberg
11.03.2016
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Fast immer ist er gut gelaunt und trägt ein Lächeln auf den Lippen: BGR Pater Hans Junker, seit 2002 Pfarrer in Leonberg und Wernersreuth, feiert heute seinen 80. Geburtstag.

Fockenfeld. Pater Hans Junker, der im Dekanat Tirschenreuth der älteste noch aktive Gemeindepfarrer sein dürfte, betont im NT-Gespräch, dass er immer gerne Ordensmann bei den Oblaten des heiligen Franz von Sales gewesen sei. "Es war mein ausdrücklicher Wunsch, dass ich damals vor 14 Jahren nach Fockenfeld kam." Hier wolle er auch im Ruhestand bleiben. "Fockenfeld ist mir zur Heimat geworden."

Bombenangriff überlebt


Hans Junker wurde am 11. März 1936 in Aschaffenburg geboren. Seine Zwillingsschwester Rita verstarb schon mit dreieinhalb Jahren, heute lebt von seinen Geschwistern nur noch Schwester Christa. In jungen Jahren erlebte er die Wirren des Zweiten Weltkriegs hautnah mit. Noch heute erinnert er sich gut an den Großangriff auf Aschaffenburg am 21. November 1944. Dank Gottes Hilfe habe er damals überlebt, ist Hans Junker überzeugt. Der Jubilar wuchs in einem christlich geprägten Elternhaus auf und war als Kind auch als Ministrant tätig. Während des Krieges wurde er in Schutzkellern unterrichtet. "Dort hinzukommen, war oft nicht leicht." Nach dem Abitur trat er in Eichstätt in den Orden der Sales-Oblaten ein. Als Vorbild in dieser Zeit dienten ihm diverse Priester. An der damaligen Hochschule Eichstätt studierte Junker Philosophie und Theologie, 1963 legte er die ewige Profess ab. Am 29. Juni 1966 war er endlich am Ziel: Im Eichstätter Dom wurde er von Bischof Dr. Josef Schröffer zum Priester geweiht. Eine Woche später fand die Primiz in seiner Heimatstadt Aschaffenburg statt.

In den kommenden Jahren führten ihn zahlreiche Kaplanstellen nach Österreich, München und von 1970 bis 1987 nach Haßfurt. Anschließend wirkte Hans Junker bis 2002 als Stadtpfarrer in Augsfeld und Unterhohenried in der Diözese Würzburg. 1994 waren noch die Pfarreien in Prappach und Königsberg hinzugekommen. Kurz vor seinem Abschied erhielt er noch die Liborius-Wagner-Plakette, die höchste Auszeichnung für Priester in der Diözese Würzburg.

Seit 1. September 2002 ist Pater Hans Junker nun für die Pfarrgemeinden Leonberg und Wernersreuth zuständig. Schon wenige Wochen nach seinem Amtsantritt hatte er die Herzen der Gläubigen gewonnen. Vor allem seine Freundlichkeit und sein nie zu unterschätzender Humor kommen bei den Gläubigen sehr gut an. Bekannt ist der Pater dafür, dass er vor Gratulationsbesuchen für die Jubilare ausrechnet, wie viele Tage sie schon auf der Welt sind.

Hilfe für Namibia


Im Jahr 2006 wurde ihm vom damaligen Diözesanbischof Dr. Ludwig Gerhard Müller der Ehrentitel Bischöflich-Geistlicher Rat (BGR) verliehen. Gewürdigt wurde damit sein jahrzehntelanges priesterliches Wirken. Besonders freut er sich auch darüber, dass er bislang viele Spenden nach Namibia bringen konnte. Dort unterstützt er die Missionsarbeit in der Diözese Keetmanshoop. Auch persönlich hat er sich schon von der Arbeit vor Ort überzeugt. "Ich habe es nie bereut, Priester geworden zu sein", betont Junker im Rückblick. Als Hobbys nennt er das Internet und den Umgang mit dem Computer ganz allgemein. Nicht zu kurz kommt auch die klassische Musik, insbesondere Mozart. Die Arbeit in den beiden Pfarreien gefalle ihm nach wie vor sehr gut, nicht zuletzt auch deshalb, weil ihm fast jeder Wunsch von den Lippen abgelesen werde. Solange es gesundheitlich geht, wolle er den beiden Pfarreien treu bleiben. "Ich will weiter als Priester arbeiten, wenn auch ab September nicht mehr in verantwortlicher Position", bemerkt er vielsagend.

Gefeiert wird heute in Leonberg. Um 18.45 Uhr bilden Vereine aus beiden Pfarreien einen Kirchenzug, um 19 Uhr beginnt ein Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Leonhard. Prediger ist Regionaldekan Georg Flierl, mit am Altar stehen werden der Jubilar selbst, die Patres Friedhelm Czinczoll und Benedikt Leitmayr sowie Mitterteichs Stadtpfarrer Anton Witt. Gesanglich wird der Gottesdienst vom Chor "Grazie a Dio" gestaltet. Im Anschluss gehen die Feierlichkeiten mit geladenen Gästen im Pfarr- und Jugendheim weiter.

Pater Hans Junker kann heuer übrigens noch ein weiteres Jubiläum feiern: Am 29. Juni jährt sich der 50. Jahrestag seiner Priesterweihe. Dazu sind Feierlichkeiten am 29. Juni im Kloster Fockenfeld und am 10. Juli in Leonberg vorgesehen.
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