Künstlerischer Till Rickelt präsentiert die Burgfestspiele Leuchtenberg
Außergewöhnliche Geschichten

Till Rickelt, der künstlerische Leiter des Landestheaters Oberpfalz (LTO).
Kultur
Leuchtenberg
19.03.2016
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Mit dem Stück "Der Räuber Kneissl" gastiert das LTO auch bei den 34. Bayerischen Theatertagen in Regensburg. Bilder: LTO

Liebe Leserinnen und Leser des "Neuen Tags" - "Die Leute sagen vielleicht, dass ich nicht singen kann. Aber niemand kann behaupten, dass ich nicht gesungen habe." Ein wunderschönes Bonmot von Florence Foster Jenkins, der schlimmsten Sängerin der Welt und Heldin der letzten Premiere unserer Winterspielzeit, das sogar den Grabstein der exzentrischen Diva ziert.

Nachdem Claudia Lohmann in eben dieser Rolle mit großer Hingabe einige Klassiker der Gesangsliteratur auf offener Bühne massakrierte (was in der Rezension dieser Zeitung zu der etwas missverständlichen Zwischenüberschrift "musikalische Defizite" führte), freut es mich außerordentlich, dass es uns gelungen ist, Live-Musik und Gesang auch im Spielplan der Burgfestspiele 2016 einen prominenten Part einzuräumen - dieses Mal wieder ohne die zugegebenermaßen etwas gewöhnungsbedürftige Vortragskunst der "First Lady der gleitenden Tonleiter".

So werden Marlene Wagner-Müller und Holger Popp, die in den beiden zurückliegenden Spielzeiten höchst erfolgreich die musikalische Aufwertung des Volksstückes vorangetrieben haben, mit dem "Wirtshaus im Spessart" nach vielen Jahren wieder eine Musiktheaterproduktion auf die Bühne im Leuchtenberger Burghof bringen.

Witzig und rasant


Und auch in "Robin Hood", unserem diesjährigen Familienstück, wird die Geschichte vom aufrechten Kämpfer für Recht und Gerechtigkeit sowohl mit witzigen und rasanten Szenen wie auch mit packenden und mitreißenden Songs erzählt, die beide eigens für die Burghofspiele geschrieben beziehungsweise komponiert werden.

Für die Eröffnungspremiere haben wir dieses Jahr einen klassischen Stoff gewählt, Gogols satirische Komödie "Der Revisor", in der die drohende Gefahr einer amtlichen Untersuchung die korrupten Bürger einer Kleinstadt derartig in Panik versetzt, dass sie einen dahergelaufenen Aufschneider für den gefürchteten Kontrolleur halten - ein Thema, das auch 180 Jahre nach der Uraufführung nicht an Aktualität eingebüßt hat.

Außenseiterschicksale


Und in unserer Kammerbühne im Schloss Friedrichsburg unternehmen wir mit den jugendlichen Außenseitern aus Wolfgang Herrndorfs Kultroman "Tschick" eine ebenso witzige wie abenteuerliche Reise durch die ostdeutsche Provinz der Gegenwart, während "Der Räuber Kneißl" ein ähnliches Außenseiterschicksal im Bayern des späten 19. Jahrhunderts beleuchtet - tragischer und auswegloser, aber im Kern ebenso lebensbejahend.

Uraufführung im April


Wir freuen uns sehr, dass wir mit dem "Räuber Kneißl" zu den 34. Bayerischen Theatertagen nach Regensburg eingeladen worden sind, wo die Inszenierung zusätzlich zu den Vorstellungen in Vohenstrauß am 30. Mai im Theater am Haidplatz zu sehen sein wird - und natürlich über die große Ehre, am 9. April in der Gedenkstätte Flossenbürg Bernhard Setzweins Schauspiel "Später Besuch. Dietrich Bonhoeffer Redivivus" zur Uraufführung bringen zu dürfen.

Die Burgfestspiele sind jedes Jahr für das gesamte Team des Landestheaters und der Stadtbühne eine unglaublich intensive, aufregende, ebenso strapaziöse wie schöne Zeit, mit vielen einmaligen und unvergesslichen Theatererlebnissen mit Ihnen, unserm Publikum.

Wir alle hoffen, dass Sie auch dieses Jahr die Gelegenheit nutzen, gemeinsam mit unseren Darstellern einzutauchen in die außergewöhnlichen Geschichten, die wir Ihnen diesen Sommer erzählen möchten.

Till Rickelt, künstlerischer Leiter
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