Landestheater startet Burgfestspiele mit der klassischen Komödie "Der Revisor"
In Betrügerrolle gedrängt

Unter anderem mit ein paar Scheinchen versuchen die Honoratioren einer Provinzstadt, den vermeintlichen Revisor zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Bild: LTO
Kultur
Leuchtenberg
19.03.2016
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Mit einer klassischen Komödie, die das Publikum auf unzähligen Bühnen auf der Welt begeistert hat, eröffnet das Landestheater Oberpfalz die Burgfestspiele 2016. Nikolai Wassiljewitsch Gogols "Der Revisor" ist eines der meistgespielten Stücke - unter anderem auch in Deutschland. Der russische Schriftsteller schrieb die Komödie bereits vor über 180 Jahren, an Aktualität hat sie allerdings nicht eingebüßt.

"Das Stück ist so modellhaft, das kann man immer spielen. Es gibt einfach immer etwas, auf was man sich beziehen kann", urteilt Till Rickelt. Der Künstlerische Leiter des LTO, der heuer in seine zweite Sommersaison mit dem Landestheater geht, führt beim "Revisor" auch Regie. Der gesamte Verlauf der Handlung basiert auf einer Verwechslung, welche die Hauptperson, den jungen Mann Chlestakow, nachhaltig beeinflusst.

Die Honoratioren einer Provinzstadt glauben nämlich, dass es sich bei dem Fremden um den Revisor handelt - einen staatlichen Kontrolleur, dessen Besuch sie erwarten. Dementsprechend versuchen sie Chlestakow zu beeinflussen - mit reichlich Geld und Geschenken. Das Opfer der Verwechslung findet schnell Gefallen an seiner neuen Rolle und den Annehmlichkeiten, die diese so mit sich bringt. Als Chlestakow längst über alle Berge ist und der Schwindel auffliegt, steht plötzlich der echte Revisor vor der Tür.

Im Gegensatz zu anderen Bühnenfiguren wie etwa die des Falstaff aus der letztjährigen Shakespeare-Komödie stolpert Chlestakow reichlich unbedarft in dieses Abenteuer. "In diesem Fall ist die Gesellschaft um ihn herum das Verkommene", erklärt Rickelt. "Chlestakow dagegen ist einfach nur ein Hallodri und keineswegs ein raffinierter Betrüger. Er wird vielmehr von der korrupten Gesellschaft in die Rolle des Betrügers gedrängt", so der Regisseur. Die einzige ehrliche Person in dieser irrwitzigen Groteske, so gab Autor Gogol selbst zu Protokoll, sei dabei das Lachen...

Spielort sind die Burg Leuchtenberg und die Burg Waldeck - Aufführungstermine Leuchtenberg: 19. und 21. Mai, 3., 11., 12., 25. und 30. Juni sowie 2. und 15. Juli jeweils 20 Uhr; 26. Juni um 18 Uhr.

Aufführungstermine Waldeck: 21. und 22. Juli jeweils 20 Uhr. (puh)
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