Robin-Hood-Premiere in Leuchtenberg
Der Sieg der Liebe über den Hass

Zu früh gefreut. Der hinterhältige Sheriff von Nottingham sieht sich bereits als Sieger. Aber Robin Hood hat immer noch eine List auf Lager.
Kultur
Leuchtenberg
30.05.2016
346
0
 
Die Kinder von Locksley jubeln als der "König der Diebe" den Reichen und Mächtigen zeigt, dass sich das Volk nicht alles gefallen lässt. Bilder: Otto (2)

Trotz dunkler Wolken und bedrohlichem Donnergrollen - Petrus hat ein Einsehen und spielt mit bei der Premiere von "Robin Hood". Das Kindermusical des Landestheater Oberpfalz (LTO) auf Burg Leuchtenberg ist ein großer Spaß mit reichlich Schmackes, nicht nur für junge Theaterfans.

Lange war Robin weg. Mit der Nachricht von seiner Rückkehr bringen die Kinder ganz Locksley in Aufruhr - mit einem "Bühnensturm" in Voll-Karacho. So spielenthusiastisch und prächtig gelaunt, dass der sprichwörtlich Funke ohne Umwege auf das Publikum überspringt.

Dass auch die anderen Schauspieler großen Spaß daran haben, in die beliebten Rollen von Robin, Bruder Tuck, Prince John oder dem Sheriff von Nottingham zu schlüpfen ist offensichtlich. Der erste Szenenapplaus lässt nicht lange auf sich warten. Und er bleibt beileibe auch nicht der einzige.

"Reduce To The Max"


Dabei ist es schon eine Herausforderung, einen Stoff zu adaptieren, der x-mal mit üppiger Kulisse verfilmt wurde, im kleinen Innenhof der Burg Leuchtenberg zu inszenieren. Dem Landestheater Oberpfalz (LTO) ist das mit einer Musical-Version für Kinder exzellent gelungen.

Natürlich passt nicht die ganze Handlung in voller epischer Breite auf die liebevoll gestaltete Low-Budget-Bühne. Regisseurin Doris Hofmann und dem musikalischen Leiter Sandro Augustin sind erfolgreich darin, eine putzmuntere Essenz herzustellen.

So lässt sich die Story knapp zusammenfassen, ohne zu spoilern: Als der Sheriff von Nottingham Wind von Robins Rückkehr bekommt, setzt er alles daran, ihn einzufangen und kalt zu stellen, was selbstredend nicht gelingt. Es siegt das gute über das Böse und die Liebe über den Hass.

Slapstick vom Feinsten


Wofür dem LTO ein großes Kompliment zu machen ist: Die Wahl der Darsteller ist ein Volltreffer. Jeder Schauspieler des "Hood-Ensembles" hat sich seinen Applaus mehr als redlich verdient: Natürlich der Sherwood-Womanizer Robin Hood (Rico Strempel),der bitterböse Sheriff (Oliver Mulzer) oder die anmutige Marian. Aber eben auch die kleineren Rollen. Es sind Kleinigkeiten, die alle Figuren so besonders machen. Saskia Lang als Bruder Tuck zum Beispiel spricht im Gegensatz zur restlichen Truppe schönstes oberpfälzisch. Oder Sir John, den Tim Trottmann als selbstverliebten Gecken urkomisch überzeichnet - immer im Schlepptau sein ewig abnickender Adlatus und Porträtzeichner Stupinski (Verena Lindner).

Slapstick vom Feinsten liefern die kurzerhand zu Hilfs-Sheriffs beförderten Wachen Brokko (Annalena Utecht) und Lee (Theresa Scheck). Stakend wie die Störche, mit einer preisverdächtigen Gestik und Mimik stolpern sie von einer in die nächste Falle, die Robin Hood ihnen stellt.

"Drei Engel für Charlie"


Zur Seite stehen Robin wie im Original ein paar kernige Kumpanen. Allerdings sind auf Burg Leuchtenberg Alan, Will und Mitch keine Kerle. Zeitgemäß treten Lea Trottmann, Theresa Weidhas und Magdalena Scheck als eine Art "Drei Engel für Charlie"-Version den Martial-Arts-Kampf gegen den Sheriff an.

So weit so sehr gut. Aber: Musicals sind nicht jedermanns Sache. Hier kann Entwarnung gegeben werden. Die große Geste, den Ausdruckstanz oder das eitle Oktavengehüpfe lassen die Schauspieler stecken. Die angenehm dosiert eingesetzten Gesangs- und Tanzparts ordnen sich dem Stück unter. Da wirkt wirklich nichts bemüht. So muss Kindertheater sein!

___



Weitere Informationen und Karten:

www.landestheater-oberpfalz.de www.nt-ticket.de
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.