Schauspiel mit Roadmovie-Charakter: Tina Lorenz und Till Rickelt inszenieren "Tschick"
Traurig, komisch, lebensbejahend

Starke Geschichte, starke Figuren: von links Maik (Adrian Stuhlfelner) und Tschick (Julian Häuser). Bild: LTO/Tina Lorenz
Kultur
Leuchtenberg
19.03.2016
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Das Publikum kann sich auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle einstellen. ",Tschick' ist eine traurige Geschichte, die aber auch unglaublich komisch sowie unglaublich warmherzig und lebensbejahend ist", beschreibt der Künstlerische Leiter des Landestheaters Oberpfalz, Till Rickelt, das Jugendstück.

Das Schauspiel nach dem gleichnamigen Roman von Wolfgang Herrndorf ist in einer Bearbeitung von Robert Koall in Schloss Friedrichsburg in Vohenstrauß zu sehen.

"Eine ganz starke Geschichte mit zwei ganz tollen Figuren", schwärmt Rickelt von der "modernen Tom-Sawyer- und Huckleberry-Finn-Story" mit Roadmovie-Charakter. Im Mittelpunkt steht der 14-jährige Maik, der unter seinem problematischen Elternhaus leidet: Die Mutter schaut zu regelmäßig und zu tief ins Glas, der Vater vergnügt sich lieber mit einer jugendlichen Geliebten, als sich um seinen Sohn zu kümmern.

Maik wohnt zwar in einer Villa und hat genügend Kohle, aber er ist Außenseiter in der Schule. Ebenso wie Tschick, der sich in einer ähnlichen, aber doch ganz anderen Lebenssituation befindet. Der jugendliche Spätaussiedler aus Russland ist ein Proll aus der Hochhaussiedlung, öfter mal betrunken und gehört womöglich der Russenmafia an. Dennoch oder gerade deshalb finden Tschick und Maik zueinander und starten mit einem geklauten klapprigen Lada durch - in ein spannendes Abenteuer.

Autor Wolfgang Herrndorf, der sich vor drei Jahren wegen eines Hirntumors das Leben nahm, veröffentlichte den mehrfach ausgezeichneten Jugendroman vor sechs Jahren, Tina Lorenz inszeniert ihn zusammen mit Till Rickelt für das Landestheater.

Für die Regensburger Dozentin an der Akademie für Darstellende Kunst Bayern in der Bezirkshauptstadt ist es das zweite Engagement am LTO. Im März war die 34-Jährige bereits mit der von ihr inszenierten Produktion "Superman ist tot" Teil des LTO-Jugendtheaterfestivals.

Inhaltlich gibt es durchaus Parallelen zwischen den Stücken, so Lorenz: "Beide handeln von zwei Außenseitern und der Kraft, die sie in ihrer Freundschaft zueinander finden. Im Unterschied zu ,Superman' führt der Ausbruch von Maik und Tschick aber nicht in die Isolation, sondern hilft ihnen, diese zu überwinden und zu erkennen, dass man manchmal dort Solidarität und Unterstützung erfährt, wo man sie am wenigsten erwartet".

Spielort ist Schloss Friedrichsburg Vohenstrauß - Aufführungstermine: 2., 4., 10. und 17. Juni sowie 7., 9., 15. und 17. Juli, jeweils 20 Uhr.
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