Uraufführung des Schauspiels "Später Besuch - Dietrich Bonhoeffer Redivivus" in KZ-Gedenkstätte
Hoffnung an Ort des Leidens

Hannes Hoffmann spielt Dietrich Bonhoeffer. Bild: LTO/Sophie Linnenbaum
Kultur
Leuchtenberg
19.03.2016
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Am 9. April 1945 wurde Dietrich Bonhoeffer im Konzentrationslager Flossenbürg von den Nationalsozialisten ermordet. Auch Jahrzehnte später ist sein Tod keineswegs in Vergessenheit geraten. Vielmehr zählt der Theologe zu den faszinierendsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts - er ist geradezu ein Symbol für den Widerstand gegen die Schreckensherrschaft des Hitlerregimes.

Autor Bernhard Setzwein und das Landestheater Oberpfalz (LTO) setzen dem Märtyrer heuer ein kulturelles Denkmal: Exakt zum 71. Todestag Bonhoeffers wird das Schauspiel "Später Besuch - Dietrich Bonhoeffer Redivivus" in der KZ-Gedenkstätte in Flossenbürg uraufgeführt.

Setzwein, der schon die Lebensgeschichte des letzten bayerischen Scharfrichters Johann Reichhart beeindruckend skizzierte ("3165 - Monolog eines Henkers"), konnte das Bonhoeffer-Projekt dank der finanziellen Unterstützung der Gedenkstellenarbeit der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern in die Tat umsetzen.

In der szenischen Auseinandersetzung steht nicht nur der Widerstandskämpfer alleine im Mittelpunkt. Bonhoeffer und Josef Müller, genannt "der Ochsensepp", landen im Chaos der letzten Kriegstag im Flossenbürger KZ. Während Bonhoeffer, qualvoll stirbt, gerät Müller auf einen Gefangenentransport, den die Alliierten befreien. Der "Ochsensepp" gründet nach Kriegsende die CSU mit, Bonhoeffer wird zur mythisch-überhöhten Heiligenfigur.

Setzweins Stück beschäftigt sich damit, was passieren würde, wenn sich diese Männer noch einmal träfen, was sie sich zu sagen hätten. Neben den Personen Bonhoeffer und Müller seien dabei auch die Themen Wahrheit und Legende entscheidend, erklärt Regisseur Till Rickelt. "Was ist Realität, wie glaubwürdig ist Erinnerung - das ist auch eine moralische Frage." Zudem hinterfragten sich die Hauptpersonen in dem Schauspiel: "Bin ich meinen eigenen Idealen gerecht geworden? Hätte ich (Müller) mich für Bonhoeffer opfern müssen?"

Auch eine positive Botschaft, eine "Dimension der Hoffnung" sei in dem Stoff enthalten, betont Rickelt. Die starke Beziehung Bonhoeffers zu seiner Verlobten Maria, die sich etwa kraft ihrer Gedanken Briefe schreiben. Diese Verbindung beweise, dass es trotz all dem Leid immer noch etwas gebe, was unzerstörbar sei.

Spielort ist das Bildungszentrum der Gedenkstätte Flossenbürg - Aufführungstermine: 9., 10., 22., 23. und 24. April sowie 6., 7., 8., 12., 13. und 14. Mai jeweils um 20 Uhr.

An einigen Terminen des Schauspiels "Später Besuch - Dietrich Bonhoeffer Redivivus" bietet die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg kostenlose öffentliche Themenrundgänge zu Dietrich Bonhoeffer an. Hier die Termine: Sonntag, 10. April, 14 Uhr, Sonntag, 24. April, 14 Uhr, Sonntag, 1. Mai, 14 Uhr, Sonntag, 8. Mai, 14 Uhr, und Sonntag, 15. Mai, 14 Uhr.

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