Wolfgang Meidenbauer (48) ist neuer Geschäftsführer des Landestheaters Oberpfalz (LTO)
"Nahtloser Übergang wichtig"

Wolfgang Meidenbauer im Redaktionsgespräch in der Zentralredaktion des Medienpartners "Der Neue Tag". Bild: Unger
Kultur
Leuchtenberg
19.03.2016
230
0

Die Ära Frank Kasch beim Landestheater Oberpfalz (LTO) ist beendet. Am 1. April übergibt der Geschäftsführer an seinen Nachfolger Wolfgang Meidenbauer (48). Dieser hat - wie Landestheater-Gründer Matthias Winter - einen gewachsenen Bezug zur Stadtbühne Vohenstrauß, der "Mutter" des LTO. Darüber erzählt der Vohenstraußer im Redaktionsgespräch.

Was bedeutet Ihnen das Theater privat?

Es spielte in meinem Leben immer eine wichtige Rolle. Ich sehe Theater aller Genres als wichtigen Faktor der Persönlichkeitsbildung. Gerade die Stadtbühne und in der Folge das LTO standen mir als Vohenstraußer schon von Kindesbeinen an recht nahe. Im Kreise der Verwandtschaft, bei Freunden und Bekannten war das Geschehen auf und hinter der Bühne immer Thema. Leider konnte ich eine aktive Rolle nie in meinen Lebensplan integrieren.

Letztlich war es mir bei der Gründung des Fördervereins "Freunde des LTO" als Vorsitzender doch noch möglich, meine Verbundenheit zu zeigen, bis meine Familienplanung mich zur Aufgabe meiner Ehrenämter bewog. Der Verein wird künftig sicher eine wichtige Rolle spielen.

Wie kam es zum Engagement beim LTO?

Als ich während einer Autofahrt von Frank Kaschs Rücktritt gehört habe, löste dies bei mir einen Denkprozess aus, der schließlich, nach Abwägung vieler Argumente und Abgleich der Anforderungen mit meinem Kompetenzprofil, zur Entscheidung führte, meinen Hut in den Ring zu werfen.

Was reizt dabei besonders?

Nach 19 Jahren als Unternehmensberater reifte in mir seit längerem der Wunsch nach Veränderung. Und hier passte das Gesamtpaket. Eine verantwortungsvolle Tätigkeit, in der Region, in einem nicht alltäglichen Unternehmen, mit einem Team, das für die Sache "brennt", haben mein Interesse an dieser Herausforderung entfacht.

Konnten Sie sich schon etwas einarbeiten?

Gerade in der momentanen strategischen Entwicklung des Landestheaters war uns allen ein nahtloser Übergang sehr wichtig. Daher haben wir uns frühzeitig über aktuelle Projekte, die betriebswirtschaftlichen Daten und Haushalte sowie zur bisherigen Strategie ausgetauscht. Ich danke vor allem Frank Kasch hierfür. Das ist in diesem Umfang nicht alltäglich.


Till Rickelt hat in den letzten Jahren seine Kompetenz als künstlerischer Leiter aus meiner Sicht herausragend bewiesen. Wolfgang Meidenbauer

Wie interpretieren Sie Ihre neue Rolle im LTO?

Als Geschäftsführer zeichne ich verantwortlich für das LTO und bin schwerpunktmäßig für die kaufmännische Steuerung zuständig. Till Rickelt hat in den letzten Jahren seine Kompetenz als künstlerischer Leiter aus meiner Sicht herausragend bewiesen und das soll so bleiben. Den Erfolg des LTO werden wir nur gemeinsam im Team erreichen. Alle, ob auf der Bühne, hinter der Bühne, in der Organisation und Verwaltung. Und selbstverständlich sind auch unsere Partner aus Politik und Wirtschaft wichtige Akteure auf diesem Weg.

Wo wollen Sie dabei Schwerpunkte setzen?

Der eingeschlagene Weg der regionalen Erweiterung der Präsenz soll fortgesetzt und gefestigt werden – wir sprechen ja vom Landestheater OBERPFALZ. Einen weiteren Schwerpunkt sehe ich im Marketing, um den Bekanntheitsgrad zu steigern und die Marke LTO zu intensivieren.

Die Finanzierung von Theaterbetrieben wird zunehmend schwieriger: Wie lassen sich neue Sponsoren gewinnen?

Das Thema Sponsoring ist in der Tat in unserer Strategieentwicklung ein wichtiger Baustein. Engagement für unser Landestheater fördert das Image des Unternehmens,
zeigt regionale Verbundenheit und Anerkennung bürgerschaftlichen Einsatzes.

Es stiftet also einen Mehrwert für Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner, was sich
durchaus im Erfolg des einzelnen niederschlagen wird. Das sind Argumente, die ein
partnerschaftliches Miteinander begründen sollen.

Welche Themen stehen nun kurzfristig an?

Wichtig wird in den nächsten Tagen sicherlich, den künftigen Finanzhaushalt in Gesprächen mit den regionalen und überregionalen Förderpartnern abzustimmen.

Mit dem Spielplan bieten wir wieder eine tolle Mischung aus Unterhaltung, Volkstümlichen, zeitkritischen Themen, mit musikalischer Note.Wolfgang Meidenbauer

Worauf dürfen sich Theaterfans heuer bei den Burgfestspielen freuen?

Ich denke mit dem Spielplan bieten wir wieder eine tolle Mischung aus Unterhaltung,
Volkstümlichem, zeitkritischen Themen, mit musikalischer Note. Also Theater für jeden in der Oberpfalz. Ich persönlich freue mich auf „Das Wirtshaus im Spessart“
und „Tschick“.

VitaWolfgang Meidenbauer
geboren 1967 in Vohenstrauß (48 Jahre alt)
Verheiratet; zwei Kinder (1,5 und 3 Jahre)
1986 Abitur am Gymnasium Neustadt/WN
1987 bis 1989 Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann, danach kaufmännischer Angestellter (Export) bei Conrad Electronic, Hirschau. Aufbau der Ablauforganisation in der Tochtergesellschaft in Holland
1989 bis 1992 berufsbegleitendes BWL-Studium an der Verwaltungs und Wirtschaftsakademie Regensburg
1991 bis 1997 Assistent der Verkaufsleitung bei Firma J. Hölzl, Vohenstrauß. Ab 1994 Geschäftsführer bei Hölzl
ab 1997 freiberuflicher Managementtrainer und Unternehmensberater
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.