Wolfgang Meidenbauer ist neuer Geschäftsführer beim Landestheater Oberpfalz (LTO)
Ziel: Theater für die ganze Oberpfalz

Die Mutterorganisation des LTO, die Stadtbühne Vohenstrauß, weiß Wolfgang Meidenbauer voll hinter sich. Die Vorstandsmitglieder stimmten dem neuen Geschäftsführer einstimmig zu. Bild: Luber
Kultur
Leuchtenberg
18.03.2016
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"Die Aufführung ist nicht ganz ohne. Das ist etwas ganz Besonderes für uns." Till Rickelt Künstlerischer Leiter

Ein Mann, der sich sehr gut mit Zahlen auskennt, ist ab 1. April der neue Geschäftsführer beim Landestheater Oberpfalz (LTO). Der gelernte Betriebswirt Wolfgang Meidenbauer will das Theater über Landkreisgrenzen hinaus bekanntmachen.

Die grundlegende Frage nach dem Sinn des Lebens oder, wie Meidenbauer es formuliert, "diese Unzufriedenheit kurz vor dem 50. Geburtstag" hat den 48-Jährigen zur Kultur gebracht. Im Radio habe er gehört, dass das Landestheater nach dem Weggang von Frank Kasch einen Nachfolger suche. "Da begann es in meinem Kopf zu rattern", erzählt Meidenbauer. Das war nach Meinung des stellvertretenden Vorsitzenden der Stadtbühne Vohenstrauß Reinhard Hartwig eine gute Entscheidung. Einstimmig hätten sich die Vorstandsmitglieder für Meidenbauer entschieden. Nicht nur weil er gebürtiger Oberpfälzer ist, geboren und wohnhaft in Vohenstrauß, sondern auch weil er sich mit Betriebswirtschaft und Personalführung auskennt. Meidenbauer hat Groß- und Außenhandelskaufmann gelernt und berufsbegleitend Betriebswirtschaftslehre studiert. 1997 begann er als Unternehmensberater, seit 2002 ist er selbstständig. Seine Tätigkeit beim LTO wird den größten Teil seiner Zeit beanspruchen. Die Unternehmensberatung führt er "auf kleiner Flamme" weiter.

Marke weiterentwickeln


Wo das Landestheater in zehn Jahren steht, konnte Meidenbauer zwei Wochen vor seinem Amtsantritt zwar noch nicht sagen, aber er hat ein Ziel: "Ich will die Marke Landestheater Oberpfalz weiterentwickeln." Bereits vor zwei Jahren als Gründungsmitglied der Freunde des LTO sei ihm klar geworden, dass die Begriffe "Land" und "Oberpfalz" im Namen des Theaters stecken. Deshalb will er es über die Landkreise Neustadt/WN und Tirschenreuth hinaus überregional bekanntmachen. Meidenbauer will der Erwartungshaltung gerecht werden, die mit der Marke verbunden ist: "Sowohl vom Niveau, aber auch von der Regionalität her."

Damit dem Geschäftsführer keinesfalls die Themen ausgehen, haben die 25 Theater-Mitarbeiter eine Wunschliste für ihn geschrieben. Andere Aufgaben in der Anfangszeit sind die Sondierung der Haushaltslage sowie Gespräche mit Akteuren aus Sponsoring und Politik. Einer davon wird wohl auch Leuchtenbergs Bürgermeister Anton Kappl sein. Der hat eine weitere Hausaufgabe für ihn: Die Kontaktpflege mit den Anwohnern, aus deren Reihen es vor einiger Zeit Beschwerden wegen Lärmbelästigung gab. Kappl beruhigte jedoch, dass man sich in Bezug auf Veranstaltungen des Landestheaters mit den Anwohnern geeinigt habe. "Mit dem Reden kommen d'Leit zam", gab Meidenbauer seine Gesprächsbereitschaft zu erkennen. "Was man vorher bespricht, muss man nachher nicht bestreiten", reihte sich Kappl in den Sprichwort-Reigen ein.

Uraufführung in Flossenbürg


Als Geschäftsführer will Meidenbauer "im Tandem" mit dem künstlerischen Leiter Till Rickelt zusammen arbeiten. Rickelt fiebert jetzt erst einmal der Eröffnungsvorstellung der Theatersaison am 9. April mit einem besonderen Stück entgegen: "Später Besuch - Dietrich Bonhoeffer Redivivus", ein Schauspiel von Bernhard Setzwein. Uraufgeführt im Bildungszentrum der Gedenkstätte Flossenbürg, am 71. Todestag von Dietrich Bonhoeffer, der im KZ Flossenbürg hingerichtet wurde. "Die Aufführung ist nicht ganz ohne. Das ist keine normale Premiere. Das ist etwas ganz Besonderes für uns", bekennt Rickelt. Ab Mitte Mai gehen dann die Burgfestspiele in Leuchtenberg los. (Angemerkt)

Karten für alle Vorstellungen des Landestheater Oberpfalz beim NT/AZ/SRZ-Ticketservice unter Telefon: 0961/85-550, 09621/306-230 oder 09661/8729-0 sowie unter www.nt-ticket.de
Die Aufführung ist nicht ganz ohne. Das ist etwas ganz Besonderes für uns.Till Rickelt Künstlerischer Leiter
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