Abschied vom Aufschnitt

An dieses Bild werden sich die Leuchtenberger gewöhnen müssen: Ab 28. Februar bleiben die Rollos der Metzgerei Maier geschlossen. Die Inhaber wollen nur noch ihr Wirtshaus weiterführen. Bild: fz
Lokales
Leuchtenberg
07.02.2015
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Ende des Monats schließt die in der Region bekannte Metzgerei Maier in Leuchtenberg. Der Gasthof läuft weiter. Alfons und Irmgard Maier haben mehrere Gründe, warum sie so verfahren. Einer davon ist, dass immer weniger Brotzeiten gefragt sind.

Maiers Bratwürste und Leberkäse sind über Jahrzehnte so etwas wie Marken geworden. Anfang der 50er Jahre hatte der Vater des jetzigen Inhabers die Metzgerei von dessen Vater Adam Maier übernommen.

Alfons Maier senior baute 1976 das neue Schlachthaus. Damals fing der Sohn gerade seine Lehre als Metzger an. 1983 legte er die Meisterprüfung ab. 1985 starb der Senior. Seitdem ist Alfons junior Chef an der Schlachtbank. Zugleich betreibt er mit seiner Familie noch den Gasthof "Lindenhof". Feriengäste, Busgruppen, Vereine und Familien sind dort regelmäßig zu Gast. Was auf den Tisch kommt, stammt vom Fachmann - aus der eigenen Metzgerei: am Freitagmorgen kesselfrische Weißwürste und mittwochs heißer Leberkäse aus der Pfanne.

Das wird nun nicht mehr die Regel sein. Aber fürs Restaurant wird Metzgermeister Alfons Maier weiter Wurst und Fleisch herstellen. "Es sind mehrere Faktoren, die uns zwingen, die Metzgerei zu schließen", sagen der Inhaber und seine Frau Irmgard.

Trend zum warmen Essen

Hauptgrund ist, dass die Gäste im Restaurant immer mehr warme Küche und kaum mehr Brotzeiten verlangen. "Früher gab es Mittagessen und danach kalte Brotzeiten. Höchstens abends ein Schnitzel. Wir haben auf den Wunsch der Gäste im Lokal reagiert und bieten nun von Mittag bis 20 Uhr und auch darüber hinaus warme Küche an." Damit verbunden war ein Problem an Werktagen. Er war im Schlachthaus, sie hat gerade die Bestellung von mehreren Schnitzeln im Wirtshaus entgegengenommen, und es klingelt an der Metzgerei. Wen nun warten lassen? Den Gast oder den Kunden? "Wir wollen weg von dieser Doppelbelastung."

Also volle Konzentration auf den Gasthof. Das hat auch damit zu tun, dass die beiden Söhne andere Berufe als Metzger gelernt haben und als Nachfolger ausfallen. "Die Leute, mit denen wir im Laden sprechen, können den Schritt nachvollziehen", sind die Maiers erleichtert.

Für Leuchtenberg ist es aber ein Verlust. Nachdem vor zwei Jahren das einzige Lebensmittelgeschäft zugesperrt hat, macht nun die einzige Metzgerei zu. Nur die Bäckerei Woldrich hält tapfer die Stellung.
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