Alte Pläne in neuem Licht

Lokales
Leuchtenberg
23.04.2015
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Eigentlich ist der Zug für Freiflächen-Photovoltaikanlagen wegen immer geringerer Renditen schon abgefahren. Leuchtenberg hat aber wegen der bereits vorhandenen Planung die Option, noch auf den Zug aufzuspringen. Zeit ist Geld, aber dahinter stehen viele Fragezeichen.

Der Einstieg in erneuerbare Energien war vor zwei Jahren großes Thema im Marktrat. Die Planung für Flächen-Photovoltaikanlagen verliefen entlang der Autobahn auf dem Gemeindegebiet zwischen Wittschau und dem Kalten Baum. Mit erheblichen Kosten wurde eigens ein Flächennutzungsplan erstellt. Mit der Firma Wirsol hatte man einen Partner, der das Projekt verwirklichen sollte. Dieser musste allerdings dann Insolvenz anmelden.

Anfrage von Zeno

Nun kam eine Anfrage von der Zeno, die bereits in Tännesberg, Floß und weiteren Kommunen auf diesem Gebiet engagiert ist. Mit einem straffen Zeitplan könnten nun die bereits bestehenden Pläne der Gemeinde doch noch verwirklich werden.

Bürgermeister Anton Kappl hatte zur Gemeinderatssitzung am Montag Vertreter der Zeno eingeladen. Es kamen Projektleiter Wolfgang Trippel, den die Verantwortlichen schon von seiner Wirsol-Zeit kannten, und Rechtsanwalt Maximilian Burger. Trippel erläuterte, dass die Chancen wegen des Energieeinspeisegesetz (EEG) nicht mehr sehr groß seien. Trotzdem solle eine Variante gezeigt werden, wie es doch noch machbar sein könnte.

Darauf ging Rechtsanwalt Burger ein. Nach seinen Worten gibt es die klassische Einspeisevergütung seit 2014 nur mehr für Kleinanlagen, was in diesem Fall nicht zutreffe. Die Kommune müsse für den Strom einen Direktvermarkter haben. Anlagen, die bis 31. August noch ans Netz gehen, laufen in den relativ sicheren Hafen der Direktvermarktung ein. Danach müsste man mit dem Strom in die Ausschreibung gehen. Das bedeute höheres Risiko, höheren Aufwand und unsichere Vergütung.

Da aber schon viele Hausaufgaben gemacht seien und die Planung stehe, sei mit einem straffen Zeitplan die Verwirklichung bis Ende August gegeben. Die Rede ist von zehn Megawatt mit einer Investitionssumme von zehn Millionen Euro. Bernhard Kammerer wollte wissen, ob die Renditeprognose bei zwei oder drei Prozent liege. Darauf zielte auch der Einwand von Gerlinde Janker ab. Früher hätte man gewusst, welche Rendite zu erwarten sei. Die Antwort: Zahlen hierüber seien der zweite Akt. Für den ersten bräuchte man erst einmal eine Grundsatzentscheidung, ob die Gemeinde noch Interesse habe.

Weiter zur Sache stehen

Eine weitere Unbekannte sind die Grundstücksbesitzer. Mit einigen habe es bereits vor langer Zeit Gespräche gegeben, erklärte Bürgermeister Kappl. Ob diese weiter zur Sache stehen würden und die übrigen betreffenden Grundstücksbesitzer dafür seien, müsse noch ausgelotet werden.

Der erste Schritt sind nun verlässliche Zahlen. Diese sollen innerhalb von zwei Wochen vorgelegt werden. Dann wird das Gremium entscheiden. Die Zeit drängt, denn Leuchtenberg müsste noch einen Kommunalbetrieb ähnlich wie Tännesberg oder Floß ins Leben rufen.
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