Die letzte Karte wird gespielt

Lokales
Leuchtenberg
23.10.2014
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Zwei Windräder sind schon genehmigt, ein dritter direkt an der Gemeindegrenze geplanter Rotor oberhalb des Autobahnrastplatzes Wittschauer-Höhe soll folgen. Bürgermeister Anton Kappl hat noch einen Trumpf dagegen im Ärmel.

Es ist Gebiet des Marktes Wernberg-Köblitz und somit Landkreis Schwandorf. Die geplanten Windräder liegen aber näher an den Ortschaften Wittschau und Preppach der Gemeinde Leuchtenberg als an Wernberg-Köblitzer Ortsteilen (wir berichteten). Trotzdem hat der Markt Leuchtenberg kaum ein Mitspracherecht, sondern quasi nur eine Nachbarschaftsbeteiligung - etwa wie bei einem Garagenbau. Das gesamte Verfahren im Vorfeld lief an der Gemeinde vorbei, lediglich eine Stellungnahme durfte man abgeben. Das war Bürgermeister Anton Kappl zu bunt. Er holte vor einigen Wochen die Bürger von Wittschau und Preppach zusammen, um mit ihnen das weitere Vorgehen zu beraten. Kappl steht inzwischen in engem Kontakt mit dem Schwandorfer Landrat Thomas Ebeling, dessen Behörde für die Genehmigung zuständig ist. In der Gemeinderatssitzung am Montag informiert der Bürgermeister, dass fast alle Punkte (Nähe zu den beiden Ortschaften, Lärm, Schattenwurf, Ausweitungsmöglichkeiten der Orte) nicht tragfähig sind.

Eine Burg als Chance

Kappl sieht eine letzte Chance in der einzigartigen Silhouette der Burg Leuchtenberg. Das Landesamt für Denkmalschutz halte sich aber zumindest im Moment sehr zurück. Der Bürgermeister verlas ein Schreiben des Schwandorfer Landrats, in dem dieser bestätigt, dass man den Genehmigungsbescheid noch zurückhält, bis eine nachträglich geforderte "Sichtbarkeitsanalyse" Richtung Burg Leuchtenberg vorliegt. Diese Expertise liegt den Antragsunterlagen noch nicht bei. "Das ist unser einziger Trumpf, den wir noch im Ärmel haben", so Kappl. Schließlich werde in der Vorprüfung des Antrags von Bögl-Wiesner erklärt, dass für das Vorhaben keine Umweltverträglichkeitsprüfung bestehe. Das Vorhaben habe nach Einschätzung des Landratsamts keine erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen auf Schutzgüter. Die Unterlagen der Vorprüfung können von jedem Bürger am Landratsamt Schwandorf eingesehen werden.

Der Bürgermeister verlas einen Antrag von Karl Bodensteiner aus Wittschau und Alfons Schmeidl aus Preppach, den die beiden für 40 Bürger der beiden Orte eingereicht haben. Geringe Entfernung zu den beiden Orten, Lärm, Schattenwurf Verunstaltung der Landschaft sowie die umzingelnde Wirkung in Preppach durch die drei Windräder werden angeführt. Gefordert wird eine Info-Veranstaltung. Dieser Forderung schloss sich aus dem Gremium Gerlinde Janker an, die meint, man solle das Schwandorfer Landratsamt und den Antragsteller Bögl-Wiesner zum Rapport holen.

Da musste der Bürgermeister den Kopf schütteln. Der Antragsteller habe einen Bauplan eingereicht, die Schwandorfer Behörde prüfe diesen "und wir können eine Stellungnahme abgeben", so Kappl. "Über was, bitte, soll ich informieren, fragt Kappl. Es gebe seit der letzten Bürgerzusammenkunft keine neuen Fakten. "Wir können uns lediglich noch an die Sichtbarkeitsanalyse zur Burg klammern." Bernhard Kammerer zeigte sich sehr verwundert. Die Genehmigung der ersten beiden Windräder sei in der letzten Periode am Marktgemeinderat vorbei gelaufen und nicht in der Intensität diskutiert worden.

Seinerzeit erwünscht

Zugleich erinnerte er daran, dass vor einem Jahr oder etwas mehr in den Gemeinderatssitzungen eine Anzahl Windräder, vom Kalten Baum angefangen bis Wittschau und im Elm-Gebiet, von der Mehrheit des Gremiums angestrebt wurde. Dass dies nicht weiter laufe, "verdanken wir der Pleite von WIRSOL als Vertragspartner", so Kammerer. Die Diskussion auf den Punkt brachte Rainer Schmeidl, zugleich direkt Betroffener, da er am nächsten am geplanten Standort liegt. Es handle sich um eine privilegierte Baumaßnahme, und dagegen anzugehen fehle die rechtliche Grundlage. Wenn Gegner etwas erreichen wollen, dann müssten sie Einwände vorbringen, die gesetzlich Fakt seien.
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