Euphorie für Windkraft verpufft

Lokales
Leuchtenberg
10.02.2015
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Leuchtenberg hat den Antrag auf Herausnahme von Flächen für Windkraftanlagen aus dem Landschaftschutzgebiet zurückgezogen. Die Windräder im Gebiet Deindorf (Markt Wernberg-Köblitz) drehen sich noch nicht, wurden aber zum Zankapfel in der Marktratssitzung.

Die Euphorie für Windkraft, die der Marktrat vor zwei Jahren noch hatte, ist verpufft. Beispielgebend das nun doch abgelehnte Windrad bei Wittschau/Preppach, wo die Kommune keinen Einfluss mehr hatte.

"Von selbst erübrigt"

Das Landratsamt hatte wegen des weiteren Vorgehens nachgefragt, ob die Gemeinde am Antrag von 2012 festhalten will. Vier Flächen sollten aus dem Landschaftsschutzgebiet herausgenommen werden. Bürgermeister Anton Kappl erläuterte in der Marktratssitzung, dass sich zwei Flächen "eigentlich schon von selbst erübrigt haben", eine weitere bei Steinach der 10-H-Regelung zum Opfer fallen würde. Was bleibt ist die größere Fläche im Waldgebiet "Elm" zwischen Leuchtenberg und Waldau.

Wenn die Areale aus dem Landschaftsschutzgebiet herausgenommen werden, sind sie frei und jeder Investor kann einsteigen. "Das läuft dann an uns als Gemeinde vorbei," sagte der Bürgermeister. Gerlinde Janker fragte Geschäftsleiter Josef Glas, welche Möglichkeiten Leuchtenberg dann habe, die "Hand draufzulegen". Keine, antwortete Glas, weil dem Markt der Grund nicht gehört.

Karl Liegl merkte an, "dass wir über die zwei Windräder bei Deindorf schimpfen, wo wir nicht mitreden konnten und hier würde es uns genauso gehen". Selbst könne man es nicht schultern und dann müsse man verhindern, dass fremde Investoren einsteigen. Mit der Gegenstimme von Karl Bauer zog der Marktrat seinen 2012 gestellten Antrag zurück. Die Windräder im Gebiet Deindorf (Markt Wernberg-Köblitz), nahe an Wittschau/Preppach drehen sich noch nicht, wurden aber zum Zankapfel in der Sitzung. Die SPD hatte Antrag gestellt, mit den Firmen Voltgrün und Max Bögl Verhandlungen für Entschädigungszahlungen an die Dorfgemeinschaft Wittschau-Preppach. Kappl merkte an, dass Bögl ja aus den Rennen sei. "Die beiden Windräder von Voltgrün sind genehmigt und damit besteht Rechtskraft."

Kein Gemeindegebiet

Josef Zitzmann begründete den SPD-Antrag damit, dass die Dorfgemeinschaften etwas bekommen könnten. "Wer ist die Dorfgemeinschaft?", lautete dann eine Frage. Er meinte, dass das Geld ja an die Gemeinde gehen könnte, die es dann in Maßnahmen für die Dörfer investierte. Glas erklärte dazu, "dass die Kommune nichts zu verhandeln hat, weil es sich nicht um ihr Gebiet handelt". Entschädigungen an den Markt dürfen nicht weitergegeben werden.

Gerlinde Janker wandte ein, dass man über den Antrag einfach mit dem Betreiber ins Gespräch kommen will. "Vielleicht besteht die Möglichkeit einer Beteiligung." Bernhard Kammerer wertete das Ansinnen "als Schaufensterantrag". Von einer Beteiligung steht nichts im Antrag, aber wenn man darüber sprechen will, dann ja. "Eine Beteiligung kostet Geld. Da geht nichts unter 100 000 Euro und die hat man nicht", stellte Glas fest. Kappl schlug schließlich vor, die Firma Voltgrün doch einmal anzuschreiben, um Möglichkeiten auszuloten.
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