Frank Kasch verlässt Landestheater

Frank Kasch. Bild: Hartl
Lokales
Leuchtenberg
02.10.2015
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Das Landestheater Oberpfalz braucht einen neuen Geschäftsführer. Frank Kasch, der seit April 2014 die Geschicke des LTO lenkte, wird laut Mitteilung vom Freitag im März kommenden Jahres seine Tätigkeit beenden. Ein Rückzug aus familiären Gründen.

Der Entschluss des 50-Jährigen ist langsam gereift. "Ich vermisse meine Familie. Meine Tochter ist 17 und wird flügge. Im Urlaub haben meine Frau und ich lange überlegt", erläutert der Wahlberliner auf Anfrage seine Beweggründe, den auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Für seine Frau, die in Berlin als Finanzdienstleisterin arbeite, laufe es beruflich sehr gut, so dass der Schritt der einzige richtige war. "Es ist schade, ich hätte gerne weitergemacht." Er habe versucht, die sechseinhalbstündigen Fahren am Wochenende nach Berlin und zurück, zu optimieren. Beim Versuch, allen gerecht zu werden, sei der Zeitplan aber immer enger geworden.

"Bleiben handlungsfähig"

"Der Schritt hat uns überrascht, aber ich kann ihn verstehen und akzeptieren", sagt Reinhard Kausler, der bei einem länger fest stehenden Fixtermin informiert wurde. "Es ist klar, dass man für diese Aufgabe in einem kleiner Betrieb das volle Herzblut braucht." Dem Vorsitzenden der Stadtbühne Vohenstrauß, die Mutterorganisation des Landestheaters, bleibt mit seinen Vorstandskollegen nun ein halbes Jahr Zeit, die vakante Stelle neu zu besetzen.

"Wir haben im Gegensatz zum Wechsel von Matthias Winter zu Frank Kasch genügend Zeit", so Kausler. Damals habe man den Strukturwandel von einem geschäftsführenden Intendanten in einen Geschäftsführer und einen künstlerischen Leiter schultern müssen. "Das Modell wird gleich bleiben." Die Stelle als Geschäftsführer werde in leicht modifizierter Form bis Ende November neu ausgeschrieben, so Kausler.

Doch zuvor bleibt in den nächsten Monaten für den scheidenden Geschäftsführer und sein Team noch einiges zu tun. Neben dem Begleiten der laufenden Winterspielzeit und den Vorbereitungen für die Burgfestspiele Leuchtenberg 2016 sind Kasch zwei Projekte besonders wichtig. "Die Intention des Landestheaters ist weiter, mit den Produktionen ins Land zu gehen. Dazu wollen wir Turnhallen in Grundschulen in Theater verwandeln", beschreibt Kasch das neue modulare Konzept. Mit der Produktion "Der verborgene Schatz" soll es in Grundschulen in Bärnau und Immenreuth erstmals zum Einsatz kommen.

Ein Imageprojekt

Auch die beiden Auszubildenden, einen Veranstaltungstechniker und eine Veranstaltungskauffrau zu unterstützen, ihre Ausbildung zu beenden, liege ihm sehr am Herzen. Zudem steht eine Sonderproduktion für den Bayerischen Rundfunk im August im Raum. Das Projekt sei aber noch nicht spruchreif. "Wenn es klappt, wäre das eine schöne Sache für die Oberpfalz" - ein Imageprojekt".
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