Kameraden fehlt Nachwuchs

Lokales
Leuchtenberg
17.09.2015
1
0

Fehlende Anerkennung im Kriegerverein war es, die eine Handvoll junger Soldaten vor 25 Jahren bewog, eine Reservistenkameradschaft (RK) in Leuchtenberg zu gründen. Nun fehlt den Reservisten "frisches Blut", man hat Nachwuchsprobleme.

"Die Uniform passt noch, der Haufen wird älter, aber wir versuchen, dagegen zu halten", resümierte RK-Vorsitzender Alfred Kick beim Ehrenabend zum 25-jährigen Bestehen. Man versuche zwar dagegen zu halten, aber die Aussetzung der Wehrpflicht 2011 habe nicht nur Leuchtenberg, sondern alle Kameradschaften ins Mark getroffen.

Durchschnittsalter 43 Jahre

Werner Kunz war Gründungsvorsitzender und führte die Reservisten bis 2000. Ab diesem Zeitpunkt übernahm Kick den Vorsitz. "Unser Durchschnittsalter ist aufgrund fehlenden Nachwuchses auf 43 Jahre angestiegen, aber das zieht nicht nach sich, dass wir nur mehr ein Traditionsverein sind", so Kick. Er forderte bessere Zusammenarbeit mit den Kameradschaften. Diese klappe jedoch hervorragend mit der RK Oberviechtach, deren Vertreter anwesend waren.

"Es gab einen altehrwürdigen Kriegerverein, in dem eine Handvoll junger Soldaten war", erinnerte Ehrenvorsitzender Kunz in seiner Laudatio. "Weil sie noch keine Kugel pfeifen hörten, waren sie in dem Verein der Krieger zweite Wahl." Bei den Dorfkulturtagen, die Leuchtenberg ausrichtete, übernahm der Berufssoldat Kunz damals mit dieser kleinen Gruppe die Münzprägestation in der Badergasse. Das hervorragende Miteinander mit den jungen Leuten und zugleich die kalte Schulter des Kriegervereins bewogen Kunz, mit diesen motivierten Reservisten, eine Kameradschaft zu gründen.

Daraus wurde eine Gemeinschaft, die heute noch sehr aktiv ist. Kunz führte die mehrtägigen Ausflüge zu historischen Plätzen wie Normandie oder Verdun an. Diese liefen jedes Jahr generalstabsmäßig ab und sind heute noch ein wichtiger Bestandteil der RK. Als schweren Schlag wertete Kunz die "außer Dienst Stellung" der Panzerjägerkompanie in Oberviechtach als Patenkompanie. Seinen Nachfolger Kick sah Kunz als den Garanten für ein florierendes Vereinsleben. "Die Größe ist nicht entscheidend, die Aufgaben bleiben gleich", sagte Kunz. Gerade im militärischen Bereich sei Kick das absolute Aushängeschild.

Mit ihren eigenen Gewehren würden die Reservisten jedes Jahr am Volkstrauertag Ehrenwache am Kriegerdenkmal stehen und so diesem "Tag der Erinnerung und des Gedenkens" eine würdige Note geben. Bürgermeister Anton Kappl, selbst Berufssoldat, resümierte, dass sich die Nachwuchssorgen durch die gesamte Gesellschaft ziehen. Kappl: "Das, was ihr vor 25 Jahren begonnen habt, verdient Anerkennung, ebenso die Aktivitäten, die die Gemeinschaft über 25 Jahre am Leben gehalten haben."

Ehrungen für 25 Jahre

Kreisorganisationsleiter Günter Bogner vom Reservistenverband sprach die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Oberviechtach an. Mit dem Vorsitzenden der Kreisgruppe Oberpfalz-Nord Manfred Zettl ehrte Bogner für 25 Jahre im Reservistenverband Alfred Kick und Thomas Kick.
Weitere Beiträge zu den Themen: September 2015 (7742)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.