Selbst den Zaren ein Begriff

Für Bürgermeister Anton Kappl (Dritter von links) war der Tag mit Herzog Nicolaus von Leuchtenberg (Dritter von rechts) im Schloss Ismaning einer der Höhepunkte seiner noch kurzen Amtszeit. Mit dabei Burgwartin Rita Lingl (Zweite von links). Die russische Historikerin Zoia Belyakova erklärte, dass Leuchtenberg in der Geschichte der Zaren ein Begriff sei. Bild: fz
Lokales
Leuchtenberg
21.11.2014
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Die Familie "von Leuchtenberg" ist etwas in Vergessenheit geraten. Herzog Nicolaus von Leuchtenberg will das Erbe seiner Familie wieder mehr ins öffentliche Bewusstsein bringen. Leuchtenbergs Bürgermeister Anton Kappl traf dazu Herzog Nicolaus.

Auf Initiative von Herzog Nicolaus hat sich am 10. August anlässlich des Leuchtenberg-Gedenktags ein Freundeskreis Leuchtenberg gegründet. Ziel ist, eine Vernetzung aller am Hause Leuchtenberg, einem der bedeutendsten Adelsgeschlechter Bayerns, interessierten Personen zu schaffen. Auf Initiative des Herzogs in Verbindung mit dem Initiativkreis "Kultur-Wissenschaft-Wirtschaft-Kultur" in München hatte der Freundeskreis-Leuchtenberg zum ersten Symposium mit dem Titel "Das Haus Leuchtenberg in Bayern" ins Schloss Ismaning eingeladen, das vormals als Sommerresidenz der Leuchtenberger diente.

Wichtiges Ereignis

Zu dieser Tagung waren in erster Linie Kommunen, in denen die Leuchtenberger gewirkt haben, geladen, sowie auch an der Historie Interessierte, um bei einem ersten Eindruck den Bogen über das Wirken der Leuchtenberger bis ins russische St. Petersburg und die Linie der Zaren zu spannen. Für Bürgermeister Anton Kappl war es eines der wichtigsten Ereignisse in seiner bisherigen Amtszeit. Dies brachte er auch zum Ausdruck, als er dem Herzog die Hand schüttelte.

Kappl stellte den hochrangigen Gästen unter dem Titel "Leuchtenberg lebt" die Gemeinde vor. Er beschrieb die Kommune in der Gegenwart mit all seinen Vorzügen und Problemen. Der Rathauschef zeite dabei auf, wie man in dem Marktflecken unterhalb der Landgrafenburg lebt. Abschließend stellte er heraus, dass es für Leuchtenberg eine ganz besondere Ehre ist, Namensgeber und Ausgangspunkt für diese in Bayern aber auch in Russland sehr bedeutende Adelsfamilie zu gelten.

Mit von der Partie war auch Burgwartin Rita Lingl, die sich mit der Darstellung der Geschichte der Burg und Landgrafen bereits einen Namen gemacht hat. So kommt auch Herzog Nicolaus in ihrer Dauerausstellung in der Burgkapelle vor. Bürgermeister Bernd Ruth stellte das Kloster Seeon vor, das durch den Kauf der Leuchtenberger zum Schloss wurde, in dem die Familie lange residierte.

Ministerialrat Peter Keller vom Finanzministerium beschrieb das Leuchtenberg-Palais in München, das mittlerweile Sitz des Finanzministeriums ist. Das Gebäude wurde vom ersten Herzog von Leuchtenberg Eugene de Beauharnais, dem Stiefsohn von Napoleon erbaut. Es ist ganz tief in Münchens Geschichte verankert. Extra aus St. Petersburg war die Historikerin und Schriftstellerin Zoia Belyakova angereist. Sie beschäftigt sich seit Jahren mit dem in die russische Zarenfamilie eingeheirateten Herzog von Leuchtenberg und dessen Nachfahren.

Der junge Maximilian Herzog von Leuchtenberg war der erste ausländische Monarch, der nach Russland einheiratete und die Zarentochter Maria ehelichte. 2017 feiert man den 200. Geburtstag Maximilians. In St. Petersburg ist der Name Leuchtenberg ein Begriff, betonte die Historikerin in ihrem fesselnden Referat.
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