Teilnehmer des Goldsteig-Marathons machen kurzen Zwischenstopp in Leuchtenberg - Glaspokal für ...
Premium-Wanderweg wird zur Tortur

Noch vor Mitternacht hieß Bürgermeister Anton Kappl (stehend, rechts) mit Veranstalter Michael Frenz die beiden ersten Teilnehmer, Eugeni Rosello Solu und Joel Jaile Casademont (sitzend, von rechts) in der Mehrzweckhalle willkommen. Bild: fjo
Lokales
Leuchtenberg
29.09.2015
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Obwohl Burgruine und Festspiele viele auswärtige Besucher anziehen, zählen Fahrzeuge aus Spanien noch immer zu einer Seltenheit. Jene beiden Wohnmobile vor der Friedhofskirche waren überdies in der Nacht zum Samstag nicht zum Übernachten gekommen. Mulmig mag es dem einen oder anderen spätestens dann vorgekommen sein, als immer wieder kleine, aber stark bewegte Lichter im Elm auftauchten.

Diese entpuppten sich schließlich als Stirnlampen von mehr oder weniger schnellen Läufern, die in der Nähe des hinteren Burgaufgangs in den Marktflecken und entlang der Hauptstraße direkt Richtung Mehrzweckhalle liefen. Es handelte sich um die Teilnehmer des Goldsteig-Marathons, die in Leuchtenberg nach dem Start in Marktredwitz und 85 Kilometern Strecke ihren ersten Meldepunkt vorfanden.

Zwei Spanier, darunter der Vorjahressieger Joel Jaile Casademont aus Katalonien, waren am Freitag gegen 22.30 Uhr als erste in der Marktgemeinde eingetroffen, deshalb auch die spanischen Wohnmobile. Obwohl die 70 Sportler seit Freitagmittag mit viel Gepäck (sechs bis zehn Kilogramm) unterwegs waren, blieben sie dort nicht lange. Nach kaum einer Stunde Aufenthalt zog es sie wieder weiter. Denn möglichst wenig Schlaf und keine großen Pausen prägen die einer Tortur gleichenden Aufgabe.

Auf der ganzen Welt gibt es solche Marathons, ein Berliner namens Michael Frenz entdeckte den Goldsteig als idealen Austragungsort für die von ihm organisierte Veranstaltung. Es gilt, den gesamten Premium-Wanderweg inklusive seiner beiden Südvarianten in möglichst wenigen Tagen zu bewältigen.

Frenz erklärt: "Es ist nicht der andere Läufer, der dich besiegt, sondern die Strecke." Er selbst begleitet seine Teilnehmer nicht nur auf der gesamten Strecke, sondern kümmert sich auch um die Betreuung und Verpflegung; Überwachung mittels kleiner GPS-Sendern inklusive.

Das Zeitlimit für die Sportler, die bis aus China und Japan kommen, beträgt für den gesamten Goldsteig nur 192 Stunden. Auf den Sieger wartet in Neunburg vorm Wald kein saftiges Preisgeld, sondern lediglich ein Glaspokal. Für nächstes Jahr plant der Veranstalter bereits eine Ausweitung mit verschiedenen Teilstrecken und Schwierigkeitsgraden, um auch weniger geübte Läufer und Wanderer zu animieren. Für den heimischen Tourismus und das weitere Bekanntmachen der Oberpfalz also auf jeden Fall ein Gewinn.
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