"Vorsitzender der Dumme"

Andrea Breitkreutz. Bild: fz
Lokales
Leuchtenberg
15.11.2015
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Ein Verein sammelt Pilze, friert sie ein und am Weihnachtsmarkt auf der Burg kommen sie kiloweise in einen Topf. Dann gibt es leckere Schwammerlbrühe im Winter. Doch dann der große Schreck: Es war ein giftiger darunter. Wer ist haftbar?

Das kann man auch übertragen auf die reichhaltigen Kuchenbuffets bei Festen, wo die Kuchen als Spenden von Vereinsmitgliedern gebracht werden. Wenn hier kaputte Eier verwendet wurden und Besucher darauf Salmonellen bekommen. "Letztendlich ist der Vorsitzende immer der Dumme", antwortete Andrea Breitkreutz von der Bayerischen Versicherungskammer auf mögliche Haftungsfragen.

Nun gleich die zweite schlechte Nachricht: die Vereinshaftpflicht bezieht das nicht ein. Dies waren einige Themen, die von den Vereinen bei der großen Versammlung im Sportheim der DJK zutage kamen. Bürgermeister Anton Kappl hatte dazu alle "Vereinsmeier" eingeladen. Er hat sich vorgenommen, die Organisationen immer wieder zusammenzubringen und dabei mit ihnen wichtige Themen aufzuarbeiten.

Sonderstellung für Wehren

Donnerstags war es die Haftpflicht der Vereine, über die Breitkreutz zwei Stunden referierte und dabei gezielt auf Fragen der Vereine einging. Sie stellte eingangs klar, dass es keinen Unterschied zwischen "e. V." und nicht ins Vereinsregister eingetrage Organisationen gibt. Deutlich wurde auch, dass "Verein nicht gleich Verein" ist.

Die Feuerwehrvereine haben da eine Sonderstellung. Während andere Vereine zum Beispiel ihre Jubiläen von der Vorbereitung wie etwa dem Plakatieren über das Jubiläum selbst bis zu den Nacharbeiten teuer absichern müssten, seien hier die Feuerwehren über die kommunale Haftpflicht abgedeckt.

Dass das ganz klar für Einsätze gelte, verstehe sich von selbst. Diese Abdeckung gehe von der Alarmierung über den Einsatz und dem Geschehen danach. Wenn der Funkwecker piepst und einer sich so erschreckt, dass er beim Aufspringen von der Couch fällt, ist das versichert. Das gleiche gilt bei der Fahrt zum Feuerwehrhaus mit dem Privatauto, wenn er hier einen Unfall hat.

Einsätze der Feuerwehren wie etwa Absicherungen bei Martinszügen oder Parkplatzeinweisungen würden aber nicht dazuzählen. Dies seien keine "ureigenen Aufgaben" der Feuerwehr. Wenn sie aber hierzu vom Bürgermeister beauftragt wird, dann deckt die kommunale Haftpflicht.

"Mai- und auch Kirwa-Bäume beschäftigen uns permanent in der Schadensabteilung", erklärte Breitkreutz. Für alle Betroffenen hatte sie einen Tipp: "Lasst euch auch zum Aufstellen vom Bürgermeister den Auftrag der Gemeinde geben. Dann ist die Absicherung vom Absägen des Maibaumes bis hin zum Abbau über die kommunale Haftpflicht abgedeckt." Allerdings falle das Fest, das man rund um das Aufstellen veranstalte, nicht darunter. Den Betreibern von Vereinsheimen, egal welcher Art, legte Breitkreutz auch eine Betriebshaftpflicht ans Herz.
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