Bürgerversammlung in Michldorf
Kläranlagen-Finanzierung im Fokus

Mit großem Aufwand machte die Marktgemeinde zwei Brücken über die Lerau und die Luhe wieder befahrbar, nachdem sie vier Jahre gesperrt waren. Bild: fz
Politik
Leuchtenberg
13.05.2016
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Die beiden Brücken von der Burgmühle nach Michldorf standen in der Bürgerversammlung im Feuerwehrhaus auf der Tagesordnung. Dabei sprach Bürgermeister Anton Kappl von "einem Kraftakt".

Michldorf. Vier Jahre waren die Brücken wegen Unbefahrbarkeit gesperrt. Eine komplette Vergabe wäre nicht finanzierbar gewesen. Daher habe der Bauhof in Verbindung mit der Firma des zweiten Bürgermeisters Karl Liegl die Sache gestemmt. Resultat ist, dass die Anlieger ihre Grundstücke wieder befahren können, ebenso die Straße von der Burgmühle nach Kleinpoppenhof.

Jahrzehnte war der stillgelegte Steinbruch eine illegale Schuttdeponie gewesen, die die Gemeinde aber nun wieder in ein Stück Natur für die Tier- und Pflanzenwelt umgewandelt hat. "Das Areal wurde abgeräumt, saniert und es wurden auch Teiche angelegt", erklärte der Rathauschef. 170 Tonnen Schutt wurden abgefahren. Es habe sich um die Ausgleichsmaßnahme für die Erschließung des Baugebietes "Am Ringelbrunnen" gehandelt.

Anschaulich sei auch das Bushäuschen in Michldorf saniert worden. Abgeschlossen werde im Juli auch die Breitbanderschließung in Michldorf. "Kleinpoppenhof, Hermannsberg, Schmelz- und Bürgmühle kommen in Phase zwei nächstes Jahr. Sie erhalten dann Glasfaser ins Haus."

Eine Straße, die Kappl als nächstes ins Visier genommen hat, ist die Strecke von Michldorf nach Kleinpoppenhof. Die Beantragung von Fördermitteln soll wie in Döllnitz ablaufen und noch heuer erfolgen. Ein Problem werde dabei sein, "die vorgeschriebenen Flächen neben der Straße frei zu bekommen", da keine Bäume stehen dürfen.

Von den 15 Michldorfern, darunter Pfarrer Alfons Forster, gab es Anfragen an den Bürgermeister von Günter Ott und Jörg Lanzl. Letzterer monierte als Anwohner, dass von Luhe her nach Michldorf teils mit Tempo 100 hineingefahren wird. Es handelt sich um eine Kreisstraße. "Die Ortsschilder wurden vom Landkreis so gesetzt und wir können auch keine baulichen Maßnahmen treffen", erklärte das Marktoberhaupt. Lanzl war zufrieden, als Kappl zusicherte, die Geschwindigkeitsmessanlage zu mehreren Zeiten aufzustellen.

Fehler wiederholt


Von einem "zwei Mal bei Rot über die Ampel fahren", sprach Ott bei der Umlage des Kläranlagenbaus vor Jahren in Kleinpoppenhof und nun in Michldorf. Vor über zwei Jahrzehnten habe man die Anlage in Kleinpoppenhof nur zum Teil über Herstellungsbeiträge umgelegt und den Rest über Gebühren. "Daran kämpfen wir heute noch bei Abwassergebühren von teils über zehn Euro." Nun habe man bei der Anlage in Michldorf den gleichen Fehler gemacht, was Gebühren von über fünf Euro für die Anschließer bis Döllnitz nach sich ziehe.

"Das ist vor meiner Zeit nicht optimal gelaufen", meinte Kappl. Die Gemeinde habe die letzten Herstellungsbescheide aufgrund der Gebührenkalkulation versandt. Danach erfolgte erst die Schlussrechnung für die Anlage mit einer Kostensteigerung von 100 000 Euro. Zudem habe es geringere Fördermittel als geplant gegeben. Die Bescheide waren ergangen und so sei man dazu übergegangen, diese Viertelmillion in die Gebühren einzubauen.

Dies mache etwa 80 Cent auf die nächsten Jahrzehnte aus. "Ich habe das nicht so gewollt. Ich wurde drei Wochen nach Beginn meiner Amtszeit damit konfrontiert, wo nichts mehr zu verhindern war", sagte der Bürgermeister. Im Bezug auf Kleinpoppenhof versprach er, die gesamte Abrechnung nochmals aufzurollen.

Ich habe das nicht so gewollt. Ich wurde drei Wochen nach Beginn meiner Amtszeit damit konfrontiert, wo nichts mehr zu verhindern war.Bürgermeister Anton Kappl zu den hohen Gebühren wegen der Kläranlage Michldorf
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