Halbe Million Euro für energetische Sanierung der Mehrzweckhalle
Zusatzaufgabe für Marktrat

Geht es nach Bürgermeister Anton Kappl (rechts) und Architekt Josef Schönberger, soll im Zuge der energetischen Sanierung der Mehrzweckhalle auch das Rathaus in das Gebäude verlegt werden. Bild: rti
Politik
Leuchtenberg
18.05.2016
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Fast eine halbe Million Euro bekommt Leuchtenberg für die energetische Sanierung der Mehrzweckhalle. Die Freude von Bürgermeister Anton Kappl ist da verständlich. Zusammen mit Architekt Josef Schönberger hofft er aber, an diese Maßnahme noch ein anderes Projekt anzuschließen.

Die Bürger sporteln, singen und treffen sich seit 1988 in der Mehrzweckhalle. "Das war damals ein modernes Gebäude. Die Holzständerbauweise gab es noch nicht so oft in unserer Region", blickt Schönberger zurück. Die Architektur und der Bau seien zukunftsweisend gewesen. Allerdings schränkt er ein, dass man sich zu dieser Zeit eher weniger Gedanken um energetische Maßnahmen gemacht hat.

Nach fast 30 Jahren gelte es, bei der Nutzung und Konstruktion des Gebäudes nachzujustieren. Und dabei kommt das Kommunalinvestitionsprogramm (KIP) genau richtig (wir berichteten). Denn es gewährt eine Förderung von bis zu 90 Prozent, 10 Prozent bleiben den Kommunen jeweils als Eigenanteil. Im Altlandkreis Vohenstrauß bekommen vier Gemeinden Geld aus diesem Topf. Laut Mitteilung der Regierung erhält Leuchtenberg 486 500 Euro für "die energetische Sanierung des Gemeindezentrums". Mehr wissen Schönberger und Kappl auch nicht, da der Förderbescheid noch nicht vorliegt.

Seinen Antrag hatte der Markt in zwei Teile untergliedert. Zum einen die energetische Sanierung der Mehrzweckhalle mit Kosten von rund einer halben Million Euro und zum anderen die Unterbringung des Rathauses in diesem Gebäude (Kosten: 201 000 Euro). Dadurch sollte eine Art Gemeindezentrum entstehen.

"Dass wir die Förderung erhalten, ist ein ganz großer Segen. Ansonsten hätten wir wieder zum Flicken anfangen müssen. Wir sind mehr als glücklich", erklärt Kappl. Für seine kleine Gemeinde sei der Geldbetrag "unheimliche riesig". Die Mehrzweckhalle werde von den Vereinen, der Musikschule und dem Landestheater Oberpfalz sehr stark genutzt. Ein großer Teil des Gemeindelebens spiele sich hier ab. "Vor allem im Winter herrscht dort immer Hochbetrieb."

Rathausverlegung


Mit der Förderung werden laut Schönberger bis Ende 2018 die Fenster, Türen, Dach- und Fassadendämmung des Gebäudes erneuert. Zudem stehen der behindertengerechte Ausbau und die Umrüstung der Beleuchtung auf LED auf der Agenda. Den Start der Maßnahmen peilt er für Mitte 2017 an.

Da die Verlegung des Rathauses in die Mehrzweckhalle wahrscheinlich nicht im Förderbescheid aufgelistet ist, fordert der Architekt "ein wenig Hirnschmalz und Ideen der Markträte, um doch noch eine Lösung zu ermöglichen". Kappl sieht das ähnlich: "Da müssen wir uns Gedanken machen."

Ein Verwaltungs- und einem Bürgermeisterzimmer in der Mehrzweckhalle würden ihm vollkommen reichen. "Wir brauchen keinen Luxus." Den Sitzungssaal für den Marktrat könnte man im Glashaus unterbringen. Dort könnten auch die Sänger weiter bleiben. Besonders mit Blick auf die Barrierfreiheit und die energetische Sanierung sei die Verlegung des Rathauses sinnvoll. Schließlich müssen die Bürger am momentanen Standort zig Treppen nehmen, und "die Heizkosten sind so hoch wie bei einem Einfamilienhaus".
Dass wir die Förderung erhalten, ist ein ganz großer Segen. Ansonsten hätten wir wieder zum Flicken anfangen müssen.Bürgermeister Anton Kappl
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