Kommt Rathaus in die Mehrzweckhalle?
Aus zwei mach eins

Falls Leuchtenberg in das Kommunalinvestitionsprogramm kommt, soll das Rathaus in die Mehrzweckhalle integriert werden. Somit würde ein neues Gemeindezentrum entstehen. Dabei würde das Rathaus an das Glashaus angebaut. Bilder: fz (2)
Politik
Leuchtenberg
13.02.2016
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Falls Leuchtenberg in das Kommunalinvestitionsprogramm kommt, soll das Rathaus in die Mehrzweckhalle integriert werden. Somit würde ein neues Gemeindezentrum entstehen. Dabei würde das Rathaus an das Glashaus angebaut. Bilder: fz (2)

Der Markt Leuchtenberg hofft, über das Kommunalinvestitionsprogramm (KIP) die Mehrzweckhalle zu sanieren. Zudem gibt es in diesem Zusammenhang Gedankenspiel, das alte Rathaus aufzugeben.

War es schon ein Probesitzen am neuen Sitzungsort? Am Donnerstagabend trafen sich die Markträte nicht im Rathaus, sondern im Glashaus der Mehrzweckhalle. Schließlich stand die Generalsanierung dieses Gebäudes auf der Tagesordnung.

Bürgermeister Anton Kappl sprach die hohe Förderung durch das KIP an. An der Mehrzweckhalle seien Reparaturen nötig. Zudem sei das Rathaus nicht barrierefrei. Eine Verlegung sei schon öfters im Raum gestanden und die wolle man nun angehen. Somit könnte eine Art Gemeindezentrum entstehen.

Ersatzbau möglich


Architekt Josef Schönberger stellte dem Gremium seine Planungen vor. Er machte deutlich, dass es sich hier erst um ein Bewerbung handele. Die Pläne werde er mit Zustimmung des Marktrats am Montag persönlich bei der Regierung der Oberpfalz abgeben.

Der Experte erläuterte, dass das Rathaus ein großes Defizit verursache. "Das KIP lässt aber auch einen Ersatzbau zu, wenn die Sanierung des bestehenden Gebäudes unwirtschaftlich ist, und das trifft auf das Rathaus zu." Alleine für die Barrierfreiheit müsste eine Aufzug für 150 000 Euro eingebaut werden. Insgesamt sei eine Investitionen von 590 000 Euro notwendig. "Das ist unwirtschaftlich, und darum bietet sich die Möglichkeit des Anbaus an die Mehrzweckhalle an." Dieses Vorgehen sei " programmgerecht".

Schönberger stellte drei Varianten vor. Der Grundgedanke basiert darauf, dass das Glashaus zum Sitzungssaal wird. Dieses aber weiterhin den Vereinen für Veranstaltungen und dem "Liederkranz" für Proben zur Verfügung steht.

Variante eins sieht vor, das Glashaus um den Balkon zu vergrößern und dabei den bisherigen Musikschulraum in einen westlichen Anbau zu integrieren. Dort käme die Verwaltung und das Büro des Bürgermeisters unter. Die Musikschule müsste in den Keller darunter ausweichen. Kosten: 171 000 Euro.

Als zweite Variante schlägt der Architekt den Anbau an das Glashaus und die Küche nach Osten in den Schulhof hinein vor. Der Verwaltungsraum und das Bürgermeisterzimmer wären damit ebenerdig. Dazu hätte man ein relativ großes Untergeschoss für die Registratur. Die Toilette würde hier ein kleines Stück von den Räumen der Musikschule wegnehmen. Kosten: 272 000 Euro.

Variante drei sieht den Anbau einen Kasten südlich des Glashauses an den Hang vor. Die Behindertentoilette würde in einem Teil der Musikschule untergebracht. Verwaltungs- und das Bürgermeisterzimmer sind ebenerdig geplant. Der Keller darunter bietet weitere Räume für die Gemeinde. "Schlicht, streng, effektiv und eine einfache Anbindung", skizzierte Schönberger. Kosten: 201 000 Euro.

Des Weiteren gelte es, in das Paket dann die energetische Sanierung der Mehrzweckhalle einzuschnüren, für die 500 000 Euro anfallen dürften. Schönbergers Rechnung belief sich auf rund 700 000 Euro als Gesamtmaßnahme für die dritte Variante, die er am effektivsten fand.

Einstimmiges Votum


Kappl sah bei der zweiten Variante, "die stilvolle Schönheit des Glashauses erhalten, was bei den anderen Versionen nicht so der Fall ist". Allerdings würde der Schulhof verkleinert. Bernhard Kammerer sprach Kosten sowie Nutzen an und sah daher die dritte Variante vorne. Zudem betonte er, dass man nicht über den Daumen von möglichen 90 Prozent Förderung ausgehen könne. Ausschlaggebend seien die förderfähigen Kosten, und auf die müsse man schauen. Einstimmig entschied sich das Gremium für die dritte Variante.

HintergrundDas alte Rathaus in Leuchtenberg ist von Barrierefreiheit weit entfernt. Schon vor Jahren ist man dazu übergegangen, das Wahllokal ins Pfarrheim zu verlegen, weil ältere Bürger sich schwertaten, die Treppen hinaufzukommen.

Die Diskussion, das Rathaus bei der Mehrzweckhalle unterzubringen, ist darum nicht neu. Aber immer standen die Kosten dem Ansinnen entgegen. Durch das Kommunalinvestitionsprogramm tut sich eine neue Möglichkeit auf. In drei Monaten wird die Zustimmung oder Ablehnung der Regierung erwartet. (fz)
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