Marktrat Leuchtenberg
Burg vor Windrädern schützen

Die Windkraftpläne von Wernberg-Köblitz beschäftigten erneut den Leuchtenberger Marktrat. Bürgermeister Anton Kappl ärgert sich, dass das Landesamt für Denkmalpflege wegen der Nähe zur Burg bisher außen vor geblieben ist. Das Foto von Peter Staniczek zeigt das Windrad auf der Wittschauer Höhe. Der Kreisheimatpfleger hat es am westliche Waldrand des Elm bei der Straße zwischen der B 22/Sargmühle und Kaimling aufgenommen. Bild: hfz
Politik
Leuchtenberg
13.04.2016
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Zum wiederholten Mal musste sich der Marktrat mit der Änderung des Flächennutzungsplans von Wernberg-Köblitz beschäftigen. Darin geht es um Konzentrationsflächen für Windkraftanlagen an der Gemeindegrenze zu Leuchtenberg.

In einer Stellungnahme hatte Leuchtenberg die Nähe von 2,5 Kilometern zur schützenswerten Burg Leuchtenberg angeführt, außerdem die 10-H-Regelung, die auf Wittschau und Preppach nicht zutreffe. Wernberg-Köblitz führte an, bezüglich der Burg keine Einschränkungen zu sehen.

10-H-Regelung


Wegen der Nähe zu Wittschau und Wernberg erläuterte Bürgermeister Anton Kappl, dass bei Fortbestand der 10-H-Regelung das Vorhaben der Nachbarkommune ins Leere laufen würde. Falle diese Bestimmung allerdings auf höchster richterlicher Ebene, dann hätte Wernberg-Köblitz die rechtliche Grundlage geschaffen, dass nur innerhalb ihrer ausgewiesenen Areale Windräder errichtet werden können.

Was dem Gemeindechef erneut sauer aufstieß, war die Tatsache, dass bei der Auslegungen der Flächennutzungsplanänderung "Hund und Katz" angehört worden wären, aber nicht das Landesamt für Denkmalpflege, das für die Burg Leuchtenberg zuständig ist. Kappl informierte, dass die Behörde im Fall der Windräder bei Pamsendorf (Stadt Pfreimd) sehr wohl involviert war. In einer wiederholten Stellungnahme wird Leuchtenberg die Einbeziehung des Denkmalamts fordern. Grund zur Freude hatte der Bürgermeister, als er dem Gremium den ersten Bauplan für das neue Baugebiet "Am Pfarrhäusl", für das noch die Erschließung läuft, vorlegte. Manuel Tschierschke aus Leuchtenberg baut im Freistellungsverfahren. Das heißt, dass er sich innerhalb den Vorgaben des Bebauungsplans hält. "Damit ist der Bauplan ohne Zustimmung bereits genehmigt. Für uns ein toller Auftakt und große Freude, dass praktisch mit der Fertigstellung der Erschließung auch gleich das erste Haus gebaut wird", meinte der Rathauschef.

Hausnummern vergeben


Der Marktrat vergab auch die 16 Hausnummern für das Baugebiet, ebenso die Straßenbeleuchtung, die die Bayernwerk AG für 23 684 Euro errichten wird. Es werden Pilzleuchten installiert, die in der Nacht reduziert werden können. Kappl hatte sich für diese Art Lampen stark gemacht, weil solche bereits im gesamten Leuchtenberger Bereich stünden. Um für am "Unteren Tor" in Leuchtenberg die Möglichkeit einer weiteren Straßenbeleuchtung zu schaffen, wurden im Zuge der Grabarbeiten gleich Kabelverlegungen für spätere Leuchten bei der Bayernwerk AG für 3613 Euro in Auftrag gegeben.

Tag der offenen TürDer Regensburger Versorger Rewag lädt am Sonntag, 17. April, zum Tag der offenen Tür an den Windkraftanlagen bei Deindorf an der Gemeindegrenze zu Leuchtenberg nahe Wittschau und Preppach ein. Von 13 bis 16 Uhr haben Besucher die Möglichkeit, an Führungen teilzunehmen und Wissenswertes über die Energieerzeugung per Windkraft zu erfahren. Der Windpark Deindorf ist seit September in Betrieb.

Die beiden 141 Meter hohen Windräder mit einem Rotordurchmesser von 117 Metern erbringen eine Leistung von jeweils 2,4 Megawatt im Jahr, was einer Strommenge von 13 Millionen Kilowattstunden entspricht. Es gibt kostenlos Essen und Getränke. (fz)
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