Marktrat verhandelt wegen Breitbandphase zwei nach
Schnelles Internet lahmt in Wieselrieth

Politik
Leuchtenberg
27.01.2016
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In der Gemeinderatssitzung präsentierte Christian Braun von der Breitbandberatung Bayern die Ausbauphase zwei. Im Anschluss sollte im nichtöffentlichen Teil das Ergebnis des Auswahlverfahrens vorgestellt werden und die Vergabe erfolgen. Dem war aber dann nicht so. Denn das Gremium einigte sich darauf, mit den zwei Bietern wegen Wieselrieth in Nachverhandlungen zu gehen.

Braun führte an, dass von der höchstmöglichen Fördersumme von 940 000 Euro in Phase zwei"noch 650 000 Euro zur Verfügung stehen. Die ausgeschriebenen Ortsteile sind Hermannsberg, Kleinpoppenhof, Burgmühle, Unternankau und Kleßberg. Das sind 33 Anschlüsse. Die Hausanschlüsse sind in der Ausschreibung enthalten.

"Größte Probleme"


Wie sich zeigte, geht Glasfaser vom Verteiler an der Kläranlage in Wieselrieth durch den Ort nach Unternankau. Hier hakte zweiter Bürgermeister Karl Liegl ein, der ein Bauunternehmen in Wieselrieth hat. Man könnte doch, wenn die Leitung mitten durch den Ort führe, jede anliegende Firma oder auch Private mit Glasfaser anschließen.

Denn offenbar gehe durch die lange Kupferleitung vom Verteilerkasten an der Kläranlage so viel Leistung verloren, dass statt der angekündigten 30 Megabyte nur mehr ein Bruchteil ankomme. Er habe daher "größte Probleme" in seinem Unternehmen. Andere Betriebe, die fast alle am östlichen Ortsende liegen, hätten auch damit zu kämpfen.

Die Schwierigkeit ist laut Braun, dass der Breitbandatlas für Wieselrieth eben 30 Megabyte als vorhanden ausweist und man somit aus der Förderung ist. Man müsste also mit Messungen nachweisen, dass die angegebene Leistung nicht erreicht werde.

Liegl ging sogar soweit, den Graben für die Leitung selbst zu graben, dann bräuchte der Anbieter nur mehr die Leitung verlegen. Auch wenn die Gebühr für den Hausanschluss von 600 Euro anfällt, wäre das kein Problem, und für die anderen Firmen in dem Bereich auch nicht. Braun sah als Lösung nur, mit den beiden Bietern Nachverhandlungen zu führen und eine Lösung zu suchen.

Neue Lösung nötig


"Das müssen wir einfach, denn wir erschließen den kleinsten Weiler mit Glasfaser und hier sind Firmen, die schlechter gestellt sind", ergänzte Gerd Scharff. "Da es sich hier um eine 'Gewerbestraße' handelt, und in diesem Bereich später noch weitere Betriebe entstehen könnten, ist es mehr als zwingend, dass wir hier eine Lösung finden", erklärte Bürgermeister Anton Kappl. Darum vergab der Marktrat den Auftrag nicht, sondern entschied sich für die Nachverhandlungen.
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