Unteren Naturschutzbehörde stellt Maßnahme in Frage
Straßenausbau stockt

Müssen die Döllnitzer bald auf der Ostmarkstraße (links) an ihrer gewohnten Ortseinfahrt (rechts) vorbeifahren und können künftig erst die Zufahrt aus dem Pfreimdtal heraus nutzen? Der bereits beschlossene und mit Förderbescheid zugesagte Ausbau steht vor einer hohen Hürde. Bild: fjo
Politik
Leuchtenberg
27.07.2016
67
0

Der längst in trockenen Tücher gedachte Ausbau der 1,3 Kilometer langen Verbindung des Ortsteils Döllnitz zur Ostmarkstraße steht vor einer kritischen Hürde. In einem Schreiben der unteren Naturschutzbehörde wird die Notwendigkeit der Maßnahme stark in Frage gestellt.

"Die kleine Ortschaft ist von der B 22 her auch noch über eine andere Straße erreichbar, und der Ausbauabschnitt hat keine überregionale Bedeutung", heißt es in dem Papier. Zweiter Bürgermeister Karl Liegl sah in der Marktratssitzung die Situation völlig anders. "Das ist die Hauptzufahrt, und die Strecke wird vom Schulbus, dem Linienverkehr und von den Milchautos genutzt. Die andere Straße führt über einen Steilhang und ist deshalb nicht nur im Winter problematisch."

Gerd Scharf pflichtete ihm bei. "Jetzt haben wir einen Förderbescheid über 90 Prozent, und nun wird uns gesagt, wir bräuchten die Straße gar nicht." Verwaltungsleiter Marc Rupprecht nahm Bezug auf das "kritische" Schreiben und erläuterte die verschiedenen Auflagen, mit denen die Marktgemeinde nun konfrontiert ist. Dazu gehören unter anderem die Dokumentation einer Verkehrszählung und eine spezielle artenschutzrechtlicher Begründung.

"In sauren Apfel beißen"


"Um im nächsten Jahr starten zu können, müssen wir in den sauren Apfel beißen und ein Gutachten schnellstens beauftragen", empfahl Liegl. Einstimmig folgten die Markträte dem Vorschlag für die erforderliche landschaftspflegerische Begleitplanung mitsamt der Abfassung eines Gutachtens durch ein Fachbüro - auch wegen einer rechtlichen Unterstützung. Bernhard Kammerer gab noch die Anregung "künftig alle Straßen im Gemeindebereich breit genug frei zu halten, um nicht den gleichen Fall erneut zu fabrizieren".

Ohne große Diskussion einigten sich die Markträte auf die Festlegung einer Bauverpflichtung für die im Gemeindebesitz befindlichen Grundstücke im Baugebiet "Am Pfarrhäusl".

Bauverpflichtung


Mit dem Verkauf an Bauwillige wurde eine notariell zu beurkundende Regelung beschlossen, die einen streng zu handhabenden Baubeginn innerhalb von drei Jahren vorsieht. Damit einher geht ein Wiederkaufsrecht des Markts, mitsamt dem Verzicht auf mögliche Bearbeitungsgebühren
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.