Brieftaubenverein
„Bergbote“ endgültig abgestürzt

In den 43 Jahren war Hans Pausch einziger "Bergbote"-Vorsitzender. Vereinswirtin Anna Helgert (rechts) und Altbürgermeisterin Waltraud Benner-Post dankten ihm für das Engagement. Bild: fz
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Leuchtenberg
24.11.2016
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Von der Gründung bis heute stand Hans Pausch 43 Jahre an der Spitze des Leuchtenberger Brieftaubenvereins "Bergbote". Mit seinen 84 Jahren kann er den Vorsitz aber nicht mehr übernehmen, ein Nachfolger ist nicht in Sicht. Nun folgt das Unausweichliche.

(fz) Der Verein hatte in Hochzeiten 58 Mitglieder. Zur Versammlung in den Gasthof "Zum Burgkrug" waren nur Pausch, Adolf Süß, Anton Kick, Josef Winter und Altbürgermeisterin Waltraud Benner-Post gekommen. "Ihr wisst was los ist, ich kann nicht mehr", eröffnete Pausch die Zusammenkunft.

Sogar zweiter Verein


Er blickte zurück auf die Gründung 1973. Den Anfang machten acht Jugendliche und einige Ältere, "heut' ist nichts mehr". Der Brieftaubensport in Leuchtenberg hatte damals so viel Zuspruch, dass sogar ein zweiter Verein "Burgtreue" ins Leben gerufen worden war, um eine Einsatzstelle zu bekommen. "Als der Kabi das erste Mal die Tauben für den Flug abholte, spielte die Blechmusik", erinnert sich Pausch. Es folgten große Erfolge über Jahre hinweg. Herausragend dabei, dass der bereits verstorbene Justin Zanner Deutscher Jungflugmeister wurde und diese Ehrung in der Dortmunder Westfalenhalle erhielt.

2002 wurde die Einsatzstelle aufgelöst. Einige Züchter schlossen sich anderen Vereinen an, die meisten aber hörten auf und dann ging es steil abwärts. Seit Jahren setzt niemand mehr Tauben ein, und das Interesse ist nicht mehr da. "Es findet sich trotz vieler Gespräche niemand, der den Posten von mir übernehmen würde", bedauerte Pausch.

Geld für Spielplatz


Seine Ehefrau Edeltraud kümmerte sich 35 Jahre um die Finanzen und macht auch nicht mehr weiter. 1965 Euro sind in der Kasse. Beim Kassieren der Beiträge habe er auch mit den Mitgliedern über die Verwendung des Gelds gesprochen. "Von den meisten kam, dass man es irgendwie für die Kinder einsetzen solle." Daher schlug Pausch vor, das Geld für den Spielplatz zu geben, da diesen noch dazu der Kindergarten nutzt. Dem stimmten die Anwesenden zu. Somit ist der Fall abgeschlossen, der Brieftaubenverein "Bergbote" löst sich auf.

Vereinswirtin Anna Helgert dankte für die jahrzehntelange Treue. Es sei eine schöne Zeit gewesen. Benner-Post hob das Engagement von Pausch und auch dessen Ehefrau heraus. Die ganze Familie stand zudem hinter dem Verein, der eine Bereicherung für die Marktgemeinde war.
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