Bürgerversammlung in Döllnitz
„Wo ist das Geld?“

Die Erddeponie ist gesperrt, weil sie Fremde zur Mülldeponie nutzten. Für Erdablagerungen gibt aber Bürgermeister Kappl für die Döllnitzer und Wittschauer weiter grünes Licht. Bild: fz?
Vermischtes
Leuchtenberg
16.05.2016
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Bürgerversammlung die "Dritte". Mit der Ortsteilversammlung für den Bereich Döllnitz schloss Bürgermeister Anton Kappl die Informationsrunde ab. Kontroverse Diskussionen gab es um die Wassergebühren in Wittschau.

Döllnitz. Der Gemeindechef gab den kompletten Überblick über das Gemeindegeschehen (wir berichteten von der Hauptversammlung in Leuchtenberg), ging aber auch auf Projekte ein, die den Bereich Döllnitz betreffen: "Wie jeder vor Ort sieht, ist die erste Phase der Breitbandversorgung in vollem Gange. Ende Juli wird es für Döllnitz, Preppach und Wittschau schnelles Internet geben." Die Erddeponie Richtung Wittschau entwickelte sich zur Schuttdeponie und wurde von der Gemeinde abgeräumt und gesperrt. "Wenn ihr Erde ablagern wollt, ist sie für euch weiter nutzbar, aber nicht mehr als Mülldeponie für Fremde", sagte der Bürgermeister.

Kompletter Neubau


Ein großes Projekt wird der Neubau der Gemeindeverbindungsstraße von der Bundesstraße 22 bei Bernrieth nach Döllnitz. "Die Planung läuft und die Förderung ist beantragt. Es gibt ein Programm vom Freistaat mit bis zu 90 Prozent förderfähiger Kosten und darauf sind wir aufgestiegen." Die 1,2 Kilometer dürften 700 000 Euro kosten, so dass für die Gemeinde mit Nebenkosten etwa 140 000 Euro bleiben. "Es wird ein kompletter Neubau und die Straße verbreitert. Den Förderbescheid erwarten wir in den nächsten Tagen", sagte Kappl. Bei den weiteren Straßensanierungen stehe Kleßberg-Kainzmühle auch in Zukunft an. Ebenso auch die Umrüstung in diesem Bereich der Straßenbeleuchtung auf LED. "Da wird in Leuchtenberg begonnen." Mehr fürs Wasser werden Döllnitz, Wittschau und Preppach zahlen müssen. "Die Glaubendorfer-Gruppe hat die Bezugspreise erhöht, die somit weitergegeben werden müssen."

Ins Schützenheim waren 20 Bürger gekommen, die dann auch rege das Gespräch mit Bürgermeister Kappl suchten. Josef Bäumler sprach den Containerplatz an, der befestigt werden sollte und, dass bei Leitungsverlegungen Döllnitz-Kainzmühle Straßenstücke offen blieben. Gerhard Saller ging auf Pflegemaßnahmen an der Straße von der ehemaligen Schule zur Bundesstraße 22 ein und Martin Ram zeigte an, wo in Preppach etwas gemacht werden muss. Matthias Maier, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr, berichtete, dass bei Wasserentnahmen vom Hydranten im Dorf, die höher gelegenen Häuser für einige Zeit kein Wasser mehr haben und außerdem, dass der Löschteich Wasser zu verlieren scheint. Bürgermeister Kappl versprach, allen Punkten nachzugehen. Für Gerhard Guse konnte er aber keine Lösung anbieten. Der Wittschauer prangerte die Abwassergebühren an: "Zehn Jahre haben wir in Wittschau zirka vier Euro pro Kubikmeter Wasser und an die vier Euro Abwassergebühren bezahlt und dabei waren wir nicht einmal an eine Abwasseranlage angeschlossen." Er und andere hätten eine eigene Klärgrube. "Wo ist das Geld?", fragte Guse. Nun hänge Wittschau an der neu errichteten Abwasseranlage in Michldorf und man bezahle 9,69 Euro pro Kubikmeter Wasser bzw. Abwasser. Guse sprach von "Horrorgebühren".

Lagerwechsel


Was ihn am meisten ärgerte, dass die VG Tännesberg bisher nicht in der Lage war, die Gebühren zu berechnen und dies an ein Ingenieurbüro vergeben wurde. "Die Kosten dafür zahlt wieder der Bürger." Bernhard Kammerer stellte fest, dass die Entscheidung für diese Art von Großkläranlage in Michldorf bei der Kommunalwahl 2008 ein Bürgerentscheid war. "Die Mehrheit wollte diese Anlage und viele, die damals die Fahne dafür geschwungen haben, sind nun ins Lager der Kritiker umgeschwenkt."
Zehn Jahre haben wir in Wittschau zirka vier Euro pro Kubikmeter Wasser und an die vier Euro Abwassergebühren bezahlt und dabei waren wir nicht einmal an eine Abwasseranlage angeschlossen.Gerhard Guse aus Wittschau
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