Feuerwehr Lerau feiert 125-jähriges Bestehen
Identität bewahrt

Das königliche Bezirksamt in Vohenstrauß schaffte 1890 die Löschmaschine für die Pflichtfeuerwehr in Lerau an, die ein Jahr später von der neu gegründeten Freiwilligen Feuerwehr übernommen wurde. Vor zehn Jahren wurde das 126 Jahre alte Relikt restauriert. Bild: fz
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Leuchtenberg
17.05.2016
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Die Feuerwehr Lerau hat Mitglieder aus Lerau, Wieselrieth, Sargmühle, Steinach, Unternankau und Kleßberg. Die Zahl an Orten und das Einzugsgebiet sind ein Alleinstellungsmerkmal. Heuer feuert die Wehr 125-jähriges Bestehen.

Lerau. Das Einzugsgebiet der Feuerwehr ist auf das Jahr 1808 zurückzuführen, als die Orte zu einem Steuerdistrikt "Lerau" vom Königreich Bayern erklärt wurden. Um 1820 gründete sich die die Landgemeinde Lerau, der 1830 die Gemeinden Unternankau und Wieselrieth angegliedert wurden. Bis zur Gebietsreform 1972 war Lerau mit den Orten eine selbstständige Gemeinde, die sich dann in den Markt Leuchtenberg eingliederte.

Pflichtfeuerwehr


Die Ortsteile schafften es danach, sich unter dem Namen Feuerwehr Lerau ihre Identität zu bewahren und weiterhin ein wichtiger Faktor als Rettungs- und Schutzeinrichtung im westlichen Altlandkreis Vohenstrauß zu bleiben. Was heute oft in den Kommunen im Raum schwirrt, gab es in Lerau ab 1884: eine Pflichtfeuerwehr. Diese führte Max Zahner aus Unternankau als Kommandant an. Rottenführer waren für die Spritzenmänner Johann Wildenauer aus Wieselrieth, für die Steiger Michael Irlbacher aus Sargmühle und für die Ordnungsmänner Georg Selch aus Steinach.

Handarbeit gefragt


Das königliche Bezirksamt in Vohenstrauß entsprach 1890 deren Ansinnen zum Anschaffen einer Löschmaschine. Im heutigen Sinn hat dieses Relikt, das die Lerauer noch heute wie ihren Augapfel pflegen und auch bei Anlässen mitführen, nichts mit einer Maschine zu tun: ein von Hand gezogener Wagen mit einer Handspritze drauf. Damals war dies allerdings die neueste Technik.

Anlass zur Gründung der Feuerwehr Lerau war der Antrag von Bezirksfeuerwehrvertreter Vogt November 1891 beim königlichen Bezirksamt, den Bürgermeister Josef Meißner (Wirt in Lerau) mit der Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr zu beauftragen. Dies erfolgte nur einen Monat später am 27. Dezember 1891 mit 34 Gründungsmitgliedern.

Den Vorstand bildeten Johann Schön aus Steinach als Vorsitzender, Bürgermeister Meißner als Schriftführer, Josef Troidl aus Steinach als Kommandant, Johann Wildenauer aus Wieselrieth als Adjutant. Rottenführer der Steiger war Michael Forster aus Wieselrieth, Chargierter für die Spritzenmänner Johann Reichenberger aus Steinach, Chargierter für die Ordnungsmänner Max Zahner aus Unternankau und Requisitenmann der Müller Josef Baierl aus Lerau.

Großartige Jubiläen der Feuerwehr, bei denen die Ortschaften ihren Zusammenhalt zeigten, waren die Fahnenweihe 1972 und 9 Jahre später die Segnung des ersten Löschautos bei einem Gartenfest. Die 100-Jahr-Feier in Wieselrieth war bisher das größte Ereignis in der Vereinsgeschichte. Das wollen die Verantwortlichen Ende Mai nun toppen.

Viele engagierte Leute


In den 125 Jahren Geschichte gab es eine Menge engagierter Leute, sei es als Vorsitzende, Kommandanten oder einfach als aktiver Mitglieder in der Wehr. Heute führen sie Leuchtenbergs Bürgermeister Anton Kappl als Vorsitzender und Helmut Kellner als Kommandant an.

FestprogrammDas Fest zum 125-jährigen Bestehen der Feuerwehr Lerau startet am Freitag, 27. Mai, um 19 Uhr, mit dem Totengedenken am Feuerwehrhaus. Danach ist der Einzug in die Festhalle mit der Jugendblaskapelle Rogenstein. Um 20 Uhr zapfen die Ehrengäste das Bier an und leiten zur Partynacht mit den "Stoapfälzer Spitzbuam" über.

Die Band "Wöidarawöll" heizt am Samstag, 28. Mai, ab 21 Uhr in der Festhalle ein. Der Sonntag, 29 Mai, beginnt um 9 Uhr mit dem Festgottesdienst. Beim Frühschoppen spielt die Jugendblaskapelle Roggenstein. Der Festzug der Vereine setzt sich um 14 Uhr durch Lerau in Bewegung. Anschließend folgt der Festbetrieb mit den Pischdorfer Musikanten.

Die Schirmherrschaft hat Landrat Andreas Meier übernommen. Bürgermeister Anton Kappl ist Ehrenschirmherr. Als Patenverein fungiert die Feuerwehr Döllnitz und als Ehrenpatenverein die Feuerwehr Wittschau-Preppach. (fz)
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