Geschichte des Dorfwirtshauses in Wieselrieth
Wirtshaus der „Schnaougnhöfer“

Vor 40 Jahren bauten Anton und Berta Kappl (vorne, von links) das alte Wirtshaus in Wieselrieth neu auf und nannten es "Schnogenhof". Anton Kappl junior führt nun mit Ehefrau Maike (von links) die Gaststätte. Bild: fz
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Leuchtenberg
21.10.2016
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Bis ins 15. Jahrhundert geht der Wirtshausname "Schnogenhof" zurück. Anton Kappl senior hatte das Rasthaus an der Handelsstraße von Nürnberg nach Prag neu aufgebaut. Zur Kirchweih feierte die Gaststätte 40-jähriges Bestehen.

Wieselrieth. Vier Höfe nannten sich vor 600 Jahren "Schnogenhof". Später kamen weitere hinzu und man benannte sich in Wieselrieth um. Der alte Name blieb aber bis heute, denn zumindest die Älteren in der Region sprechen nicht von Wieselrieth, sondern in Mundart von "Schnaounghof" und deren Bewohner sind die "Schnaougnhöfer".

In fast jedem Ort an der Handelsstraße von Nürnberg nach Prag entstanden Rasthäuser für die Fuhrleute und Ställe für die Pferde. Im Laufe der Zeit wurde dies dann weniger, aber die Wirtshäuser blieben. So auch die Gaststätte in "Schnaounghof". Als die alte Handelsstraße ihre Renaissance als Bundesstraße 14 erlebte, bauten Anton Kappl senior und Ehefrau Berta vor 40 Jahren das Wirtshaus neu auf und benannten es "Rasthaus Schnogenhof".

Es war weithin bekannt und viele Reisende aller Nationen besuchten das Gebäude an der Magistrale nach Prag zum Rasten, Essen und Übernachten. Zudem war es Wirtshaus der Mittelpunkt des Orts. Mit dem Bau der Autobahn, die ein paar 100 Meter entfernt vorbeiläuft, war natürlich der "Schnogenhof" als Rasthaus außen vor. Aber ansonsten verlor er als Dorfwirtshaus nicht an Bedeutung.

Berta Kappls Kochkünste wurden hoch geschätzt. Sie und Ehemann Anton mussten aus Altersgründen und auch gesundheitlich kürzer treten sowie die Öffnungszeiten einschränken. Aber sie taten alles, um die Gaststube für Vereine, etwa den Jägerstammtisch, oder für Familienfeiern offen zu halten.

Mit der Übernahme durch Sohn Anton und dessen Ehefrau Maike änderten sich die Vorzeichen und auch Bedingungen. Anton junior, seit 2014 Bürgermeister von Leuchtenberg, weiß um die Bedeutung eines Dorfwirtshauses. Neben zwei Gasthöfen in Leuchtenberg sind nur noch die beiden Dorfwirtshäuser Ram in Preppach und der "Schnogenhof" in der Kommune. Früher gab es derer noch in Michldorf, Lückenrieth, Lerau, Wittschau und Döllnitz. Mit einer Kirwa-Feier bei Musik der "Jungen Wittschauer" feierten die Gäste im voll besetzten Wirtshaus das 40-jährige Bestehen. Die Kappls genossen den Abend. Das tat auch Pfarrer Moses Gudapati, der an diesem Tag Geburtstag feierte. Der ganze Saal schmetterte ihm ein Ständchen.
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