Historischer Besuch im Markt Leuchtenberg
Herzog kommt mit Gefolge

Jungferneintrag in das neue "Goldene Buch" der Marktgemeinde. Nicolaus Herzog von Leuchtenberg verewigt sich in der Burgkapelle in Leuchtenberg, das ihm seinen Namen gegeben hat. Bild: fz
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Leuchtenberg
06.06.2016
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Historischer Besuch im Markt Leuchtenberg: Der letzte noch lebende Herzog von Leuchtenberg besucht die Burg. Trotz des Namens ist diese aber nicht die Burg der Vorfahren von Herzog Nicolaus.

Wer die Geschichte kennt, der weiß, dass in Leuchtenberg die Landgrafen residierten. Diese verlegten ihren Sitz 1332 nach Pfreimd. Mit Max Adam starb 1646 der letzte Landgraf von Leuchtenberg, und damit war eines der bedeutendsten Adelsgeschlechter in Europa ausgestorben. 1818 trat der Name Leuchtenberg dann wieder in die Historie, als Eugene de Beauharnais, ein Stiefsohn von Napoleon, die Tochter von König Max von Bayern, Auguste Amalie, heiratete und im sein Schwiegervater den Titel "Herzog von Leuchtenberg" übertrug.

Ihre fünf Sprösslinge wurden in die höchsten Herrscherhäuser verheiratet, so auch an das Zarenhaus in Russland. Damit war die im 17. Jahrhundert ausgestorbene Linie derer zu Leuchtenberg neu begründet. Zu Zeiten von König Max Joseph von Bayern galt die Familie Leuchtenberg als erstes Fürstenhaus in Bayern nach den Wittelsbachern. Heute jedoch ist dieses französisch-bayerisch-russische Adelsgeschlecht stark in Vergessenheit geraten.

In Russland enteignet


Letzter Nachkomme mit dem Titel Herzog von Leuchtenberg ist Nicolaus Herzog von Leuchtenberg, der in der Nähe von Bonn lebt. Seine Familie wurde während der Revolution in Russland enteignet. Schloss Seeon war der letzte Besitz der Leuchtenberger, der 1935 unter den Hammer kam. Der heute 82-Jährige kam in München zur Welt, führte ein normales Leben und folgte 1961 seinem Stiefvater und seiner Mutter nach Bonn. 1961 heiratete er, hat zwei Söhne, von denen der ältere traditionsgemäß den Namen Nicolaus trägt. Den Herzogtitel haben aber beide Söhne nicht mehr.

Sein Herzenswunsch war es, der breiten Bevölkerung die Geschichte seiner Vorfahren wieder näherzubringen. Dr. Helmut Wittmann aus Seeon und Josef Schönwetter aus Eichstätt haben sich des Anliegens angenommen und auf dem Leuchtenberg-Tag in Seeon 2014 einen Freundeskreis Leuchtenberg ins Leben gerufen. Konzipiert ist der Freundeskreis als Projekt innerhalb des "Initiativkreises für Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik e.V" in München. Am Wochenende besuchte Herzog Nicolaus mit dem "Leuchtenberger Freundeskreis" die Marktgemeinde. Bürgermeister Anton Kappl, der selbst schon vor einem Jahr auf dem Leuchtenberg-Tag in Seeon war, freute sich in der Burgkapelle über den Besuch des Freundeskreises, der die Geschichte der Herzöge aufarbeitet und Leuchtenberg darin Stellenwert hat.

Besuch der Festspiele


Beim Rundgang mit Burgwartin Rita Lingl bekamen der Herzog und die "Leuchtenberg-Fans" ausführlich die Geschichte der 1000-jährigen Burg und die der Landgrafen erörtert. Kappl legte ein neues Goldenes Buch der Marktgemeinde vor, in dem der Eintrag von Nicolaus Herzog von Leuchtenberg die erste Seite füllt. Am Abend besuchte die Gruppe die Burgfestspiele.
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