Leuchtenberg geht ohne Rathaus in die Zukunft
Kein Vorzeigeobjekt

Historischen Charakter hatte das unspektakuläre Rathaus in Leuchtenberg noch nie. Der Weg für die Bürger in den ersten Stock oder den Sitzungssaal unter dem Dach dürfte bald Vergangenheit sein. Bild: fz
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Leuchtenberg
14.09.2016
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Das Leuchtenberger Rathaus, weder optisch noch funktionell ein Vorzeigeobjekt, scheint ausgedient zu haben. Die Gemeinde, allen voran Bürgermeister Anton Kappl, strickt an einer Lösung in Richtung Gemeindezentrum.

Die Verlagerung des Rathauses stand in der Gemeinderatssitzung im Tagesordnungspunkt "Baumaßnahmen Sanierung Mehrzweckhalle im Rahmen des Kommunalen Investitionsprogramms (KIP)". Josef Zitzmann stellte eingangs den Antrag, über die Sanierung der Mehrzweckhalle und die Auslagerung des Rathauses getrennt abzustimmen. Der Antrag wurde mit 7:4 Stimmen abgelehnt.

Der Gemeindechef merkte an, dass die Verlegung des Rathauses zur Mehrzweckhalle von der SPD-Führung vor seiner Zeit schon angedacht war. Damals gab es kein Geld dafür. Die energetische Sanierung des Rathauses mit Schaffung von Barrierefreiheit und die energetische Sanierung der Mehrzweckhalle stehen an. Für beides ist Leuchtenberg in das KIP-Förderprogramm gekommen.

"Nun müssen wir mit kühlem Kopf analysieren, was wir uns leisten können und wie wir für den Bürger etwas schaffen können", sagte Kappl. Architekt Josef Schönberger stellte klar, dass der Unterhalt eines Gebäudes mit zwei Halbtagen Öffnungszeit wie im Rathaus überdimensioniert sei. Energetische Sanierung, Barrierefreiheit und ein Sitzungssaal im Erdgeschoss würden rund 385 000 Euro kosten. Er riet davon ab. Der KIP-Förderbescheid sage der Kommune 486 000 Euro zu. Verbrauche man da alleine 385 000 Euro, bleibe nicht mehr viel für die Mehrzweckhalle.

Kein südlicher Anbau


Die Gemeinde nimmt nun Abschied vom Rathaus und integriert deren Funktionen in die Mehrzweckhalle, es entsteht ein Gemeindezentrum. Einen südlichen Anbau an die Halle legte der Rat allerdings zu den Akten, weil diese Maßnahme nicht gefördert werde. Die Mehrzweckhalle wird demnach außen energetisch saniert und die "Rathausfunktion" mit eingebaut.

Das hieße: Das Glashaus wird Sitzungssaal und zugleich Raum für Veranstaltungen. Der Musikraum hinter der Bühne wird geopfert. Ebenerdig werden eine Bürgeranlaufstelle der Verwaltung, das Bürgermeisterzimmer und eine behindertengerechte Toilette eingebaut. Die Musikschule zieht ins Untergeschoss. Dazu kommen ein Archivraum, Mehrzweckraum sowie noch Reserveflächen. Die Nutzfläche beträgt 211 Quadratmeter bei Kosten von 619 000 Euro.

Auf die Gemeinde entfielen Kosten in Höhe von 145 000 Euro. Bürgermeister Kappl erklärte, dass er moralische Bedenken im Zusammenhang mit der Auflassung des Rathauses habe. Es gebe aber keine wirtschaftliche und finanzielle Alternative. Erreichbarkeit und Bürgerfreundlichkeit würden mit der neuen Lösung steigen. Zudem sei das Rathaus kein Wahrzeichen oder Aushängeschild. Mit den Gegenstimmen von Richard Süß und Karl Bauer nahm das Gremium den Vorschlag an. Er ist Grundlage für die weitere Verfahrensweise.

Weiterer Leerstand


Bauer zeigte sich als härtester Verfechter des bisherigen Rathauses. Er sprach von einer Entkernung des Innerortsbereichs, wodurch weiterer Leerstand entstehe.
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