Mosterei Bernhard bestätigt
Der Apfel ist heuer weniger, faul und nicht der Liebling des Gartenbesitzers

Auf der großen Streuobstwiese wirft gerade der Boskop faule Äpfel in Masse ab. Maria Bernhard kommt mit dem Aufsammeln nicht mit.
Vermischtes
Leuchtenberg
06.10.2016
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Gartenbesitzer blicken kritisch auf ihre Obstbäume. Sie hängen voll, aber die Äpfel faulen teils an den Ästen und fallen vor der Ernte ab. Die Mosterei Bernhard in Steinach, ein Naturparkbetrieb, nennt die Saison "sehr bescheiden". Zugleich treten die Bernhards einem bösen Gerücht entgegen.

Auf den großen Streuobstwiesen der Bernhards offenbart sich im Großen, was Gartenbesitzer im Kleinen feststellen. Gerade die frühen Sorten sind ziemlich klein, nicht ausgereift und oft wurmig. Bei den späteren Sorten, die ab Mitte Oktober geerntet werden, sind Maria und Josef Bernhard optimistischer.

Die magere Ausbeute hat für sie folgende Gründe: das feuchte Frühjahr, in dem es in die Blüte hineinregnete und dann der heiße August, in dem der Apfel Fülle ansetzt, dem Baum aber der Regen fehlte. "Gegenüber einem guten Jahr wie 2015 haben wir heuer mit Sicherheit 30 Prozent weniger." Bei der Größe des Betriebs ist das kein Problem. Es wird genügend Naturparksaft geben. Dennoch ist guter Rat teuer, geben die Obstbauern zu: "Wir versuchen, die Äpfel so lange wie möglich am Baum zu lassen, die faulen kann man nicht retten, aber mit den verbleibenden kriegt man dann doch noch die Süße für einen guten Saft her."

Seit einem Monat liefern Gartenbesitzer Äpfel zum Saften an. Die vorher angemeldeten Mengen liegen unter der tatsächlichen Menge, weil bis dahin ein Teil faul vom Baum abgefallen ist. Bis Ende Oktober wird noch gesaftet, dann kommen in Steinach die Quitten dran, für die es ein tolles Jahr zu werden scheint.

Neue Presse


Mit den Launen der Natur können die Bernhards leben, nicht aber mit Unterstellungen in sozialen Medien und an Stammtischen. Die haben mit einer neuen Bandpresse zu tun. Sie soll den Arbeitsaufwand verringern. Ein zusätzlicher Separator soll die Saftqualität erhöhen.

Alles bestens also? Mitnichten. Gerüchte kursieren, dass die Bernhards mit der neuen Presse den Anlieferern nicht mehr den eigenen Saft zurückgeben würden. "Jeder kriegt den Saft seiner eigenen Äpfel. Das garantieren wir auch weiterhin", betont das Paar.
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