Neujahrsempfang in Leuchtenberg
Klartext statt Floskeln

Beim Neujahrsempfang zeichnete Bürgermeister Anton Kappl eine positive Aufwärtsentwicklung der Marktgemeinde. Bild: fz
Vermischtes
Leuchtenberg
24.01.2016
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Beim Neujahrsempfang der Marktgemeinde war Bezirkstagspräsident Franz Löffler erstmals zu Gast in Leuchtenberg. Für den Chamer Landrat war einiges neu. In Sachen Asylpolitik nahm er kein Blatt vor den Mund.

Bürgermeister Anton Kappl ist "auf Linie", stellte Löffler beim Neujahrsempfang der Marktgemeinde fest. "Einige andere in Berlin sind das jedoch nicht", bedauerte der leidgeprüfte Landrat von Cham unter beifälligem Nicken von Landrat Andreas Meier.

Sänger stiften Amtskette


In seinem politischen Leben hatte Löffler noch nie erlebt, dass ein Neujahrsempfang einer Gemeinde mit einem gemeinsamen Gottesdienst beginnt. "Hier werden Werte verbunden", fand Löffler. Der Männergesangverein "Liederkranz" begleitete die Messe. Die Sänger hatten für Kappl eine neue Amtskette spendiert, die Löffler mit Vorsitzenden Josef Varnhold dem Rathauschef im Pfarrheim unter großem Applaus umhängte. Pfarrer Moses Gudapati hatte die Kette in der Messe geweiht.

Der zweite besondere Aspekt war für den Bezirkstagspräsidenten, dass ein Verein den Bürgermeister mit einer solch wertvollen Amtskette bestückt, auf der Löffler sogar das Wappen der Oberpfalz fand. So dekoriert freute sich Kappl ungemein über die Anzahl derer, die seiner Einladung gefolgt sind.

Amtskollegen aus der Umgebung, Landrat Meier sowie dessen Stellvertreter Margit Kirzinger und Albert Nickl, der stellvertretende Landrat von Schwandorf, Arnold Kimmerl, und Bürgermeister Joachim Market von der befreundeten und historisch mit Leuchtenberg verbundenen Gemeinde Grünsfeld in Baden-Württemberg waren anwesend. Aber auch Vertreter der Ämter, Behörden und Verbände, Gewerbetreibende, Vereinsvorsitzende und viele Bürger bewiesen Kappl ihre Verbundenheit. Die "Jungen Wittschauer" spielten zünftig auf.

Wer nicht kapiert, dass bei uns Mann und Frau gleichberechtigt sind, der hat bei uns nichts verloren.Bezirkstagspräsident Franz Löffler

Kappl blickte mehr in die Zukunft, als in die Vergangenheit. "Sicherlich war der Neukauf des Feuerwehrautos LF 20 für die Feuerwehr Leuchtenberg ein Höhepunkt, aber das Baurecht für das ,Pfarrhäusl' war ein Eckpfeiler für die Entwicklung der Marktgemeinde." Im Frühjahr beginne die Erschließung. Kappl war überzeugt, dass im Herbst das erste Haus steht.

Stolz ging er auf das Breitband ein, das in Leuchtenberg schon in der zweiten Ausbauphase steht. In der Gemeinderatssitzung werde der Auftrag vergeben, dann seien 100 Prozent aller Haushalte an die Datenautobahn angeschlossen. Kappl führte weiter infrastrukturelle Maßnahmen wie die Straße nach Döllnitz an und bezeichnete die energetische Sanierung der Mehrzweckhalle mit der Verlagerung des veralteten Rathauses als starker weiterer Energielastenträger zur Mehrzweckhalle als großes Zukunftsprojekt, das er angehen will. So soll ein barrierefreies Gemeindezentrum entstehen. Auch eine Partnerschaft mit der Stadt Pfreimd und Grünsfeld schwebt wegen der historischen Verbindung dem Gemeindechef vor.

Menschen informieren


In einer 30-minütigen Rede "ohne Papier" sprach Bezirkstagschef Löffler die Entwicklung der Oberpfalz von den Arbeitsmarktdaten an der Spitze Bayerns an. In Sachen Asyl sei es Pflicht der Politik sei, die Menschen umfassen zu informieren. Mit Floskeln wie "Wir schaffen das" könnten diese gewaltige Massenbewegung und das Asylrecht nicht in Einklang gebracht werden. "Nicht weil wir nicht wollen, sondern weil wir nicht mehr können", betonte Löffler unter großem Beifall.

"Unsere Leute bewegt, dass wir uns von der Rechtsstaatlichkeit entfernen. Ein Land wie das unsere muss es im Kreuz haben, die Wahrheit zu sagen und die heißt Zugangsbegrenzung. Wer nicht kapiert, dass bei uns Mann und Frau gleichberechtigt sind, der hat bei uns nichts verloren."
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