Dragoon Ride ins Baltikum
Brückenschlag über die Naab

Das Element der Panzerschnellbrücke Biber ist gelegt. Nun kommt der Brückenlegepanzer mit dem zweiten Teil. Nach einer Aufbauzeit von gut zwölf Minuten rollt der erste Panzer aufs andere Ufer der Naab. Über den Oberpfälzer Fluss fahren an diesem Mittwoch Dutzende amerikanische und deutsche Militärfahrzeuge auf ihrem Weg ins Baltikum im Zuge der Übung "Dragoon Ride". Bild: paa
Politik
Luhe-Wildenau
31.05.2016
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Freie Fahrt für die US-Dragoner aus Vilseck - dank der deutschen Pioniere aus Bogen. An diesem Mittwoch startet der zweite Teil des Konvois aus der Oberpfalz nach Estland. Doch zuerst gilt es für Amerikaner und Deutsche, die Naab zu überwinden.

Luhe. Die Pioniere der Panzerbrigade 12 "Oberpfalz" aus Amberg haben im Naabtal südlich von Luhe (Kreis Neustadt/WN) alles vorbereitet. Eine Faltfestbrücke überspannt die an dieser Stelle knapp 30 Meter breite Naab. Auf beiden Seiten des Flusses sind Faltstraßen ausgelegt. Über diese Strecke rollen heute Dutzende Fahrzeuge, darunter Radpanzer vom Typ "Stryker" des 2. US-Kavallerieregiments aus Vilseck (Kreis Amberg-Sulzbach) und "Fenek" der Panzerbrigade 12, ehe sie über die Autobahn weiter in Richtung Dresden fahren.

An der Verlegeübung "Dragoon Ride" (Dragoner Ritt) von Vilseck (Kreis Amberg-Sulzbach) ins Baltikum sind 1400 Soldaten und gut 400 Fahrzeuge beteiligt. Darunter: rund 50 Soldaten der "Zwölfer" mit 16 Fahrzeugen. Sie kommen weitgehend vom Aufklärungsbataillon 8 aus Freyung (Kreis Freyung-Grafenau). Auch ein Radpanzer vom Typ "Fuchs" der Pioniere ist Teil des Konvois.

Erstmals Übung an Fluss


Ohne die Soldaten des Panzerpionierbataillons 4 aus Bogen kämen Amerikaner und Deutsche nicht über die Naab. Seit einer Woche üben die Panzerpioniere das Überwinden des Flusses. Für sie eine besondere Gelegenheit und eine Premiere, sagt Oberleutnant Benjamin Käfer. An einem fließenden Gewässer haben sie noch nie geübt, nur an vorbereiteten Gräben auf dem Übungsplatz.

Unter Käfers Kommando stehen die beiden Panzerschnellbrücken "Biber". Und: es braucht beide, um die Naab zu überwinden. Zunächst wird die erste Brücke bis zur Mitte gelegt. Dann setzt der nächste Panzer die zweite auf der ersten auf und überspannt die Distanz zum gegenüberliegenden Ufer. Am Dienstag dauert es rund zwölf Minuten - dann rollt der zweite Verlegepanzer zur Belastungsprobe über die Behelfsbrücke. Danach folgen noch der Pionierpanzer 2 "Dachs" und zwei Schützenpanzer vom Typ "Marder".

Der Pfreimder Kampfpanzer vom Typ "Leopard 2A6" ist zu schwer, er muss die flussabwärts aufgebaute Faltfestbrücke nehmen. Diese errichten die Pioniere in rund einer Stunde. Sie löst die Panzerschnellbrücke ab. An der Naab müssen nur knapp 30 Meter überbrückt werden, doch die Brücke reicht bis zu 40 Meter.

In Polen über die Weichsel


Zwei Flüsse müssen die deutschen und amerikanischen Fahrzeuge auf ihrem Weg ins Baltikum überwinden: Die Naab und am 8. Juni die Weichsel bei Torgun in Polen. Dort überschneiden sich drei Übungen. "Dragoon Ride", die polnische Übung "Anakonda" mit rund 25 000 Teilnehmern aus 21 Ländern sowie die US-Luftlandeübung "Swift Response", bei der Fallschirmjäger aus den USA kommend abgesetzt werden, um die Flussüberquerung zu unterstützen. Ein Signal der gemeinsamen Entschlossenheit, auch mit Blick auf den Nato-Gipfel Anfang Juli in Warschau.
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