Dragoon Ride überquert Naab
Langsam, aber sicher

Radpanzer um Radpanzer überquert am Mittwochmorgen die Faltfestbrücke über die Naab. Das Panzerpionierbataillon 4 aus Bogen hat die Behelfsbrücke südlich von Luhe aufgebaut. Die Flussquerung ist Auftakt zur Fahrt ins Baltikum. Im Zuge der Übung "Dragoon Ride" machten sich amerikanische und deutsche Militärfahrzeuge auf den gut 2000 Kilometer langen Weg. Bild: paa
Politik
Luhe-Wildenau
01.06.2016
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Oberstleutnant John Due, Kommandeur der 4. Schwadron des 2. US-Kavallerieregiments aus Vilseck (Kreis Amberg-Sulzbach), überreicht dem polnischen Generalkonsul in München, Andrzej Osiak, und der amerikanischen Generalkonsulin in München, Jennifer D. Gavito, Sporen als Erinnerung an die Überquerung der Naab. Bild: paa

Nicht beschleunigen, nicht bremsen - so gelangen die Militärfahrzeuge am besten über die Behelfsbrücke. Die Naab ist kein Hindernis auf dem Weg ins Baltikum, weder für Deutsche noch für Amerikaner. Aber der Weg zur Faltfestbrücke.

Luhe. In vier Marschgruppen haben am Mittwochmorgen rund 80 amerikanische und deutsche Militärfahrzeuge südlich von Luhe (Kreis Neustadt/WN) über eine militärische Behelfsbrücke die Naab überquert. Für die Soldaten des 2. US-Kavallerieregiments aus Vilseck (Kreis Amberg-Sulzbach) mit ihren Radpanzern vom Typ "Stryker" sowie die Soldaten der Panzerbrigade 12 "Oberpfalz" aus Amberg mit ihren "Fuchs" und "Fennek" begann die rund 2000 Kilometer lange Fahrt ins Baltikum.

Dachs muss helfen


Mindestens zweimal müssen die Pioniere mit ihrem Pionierpanzer 2 "Dachs" ausrücken, um ihre amerikanischen Kameraden wieder flott zu machen. "Stryker" haben sich festgefahren. Offenbar haben sie auf dem Weg zur Brücke die vom Panzerpionierbataillon 4 aus Bogen eigens verlegte Faltstraße verlassen.

An der Behelfsbrücke verabschieden die amerikanische Generalkonsulin in München, Jennifer D. Gavito, und ihr polnischer Amtskollege an der Isar, Andrzej Osiak, sowie zahlreichen Offiziere die Soldaten. Gavito, die im zweiten "Stryker" die Brücke überquert, sieht in der Übung einen Beleg dafür, dass die transatlantische Freundschaft noch genauso viel bedeutet wie vor 50 Jahren. Die USA stünden für ihre Vision eines vereinten und freien Europa, das in Frieden lebt, weiterhin ein. "Ich will zeigen, wie wichtig das für uns ist", sagt Osiak mit Blick auf die Zusammenarbeit in der Nato und die Sorgen Polens wegen der Politik Russlands. Auf eine passende Traditionslinie weist Oberstleutnant John Due, Kommandeur der 4. Schwadron des 2. US-Kavallerieregiments, hin, als er Gavito und Osiak, Sporen, das Zeichen der Kavalleristen, als Erinnerung an die Überquerung der Naab überreicht. Die Farben Weiß und Rot der US-Kavallerie ließen sich auch auf die Farben der polnischen Dragoner zurückführen, sagt der US-Offizier, der den Konvoi leitet. Seit langem sind Weiß und Rot auch die Farben der polnischen Fahne.

Ich will zeigen, wie wichtig das für uns ist.Andrzej Osiak, polnischer Generalkonsul in München, zur Übung "Dragoon Ride"


In Polen findet in wenigen Tagen der erste Höhepunkt der Verlegeübung "Dragoon Ride" (Dragone-Ritt) statt. Im Zuge der polnischen Übung "Anakonda" überquert der Konvoi die Weichsel. Im Baltikum steht schließlich das Manöver "Saber Strike" an, mit rund 10 000 Soldaten aus 13 Ländern. Auch Finnland beteiligt sich - als einziges Land, das nicht Mitglied der Nato ist. Die erste Etappe führt die am Mittwoch gestarteten Soldaten bis auf den Truppenübungsplatz Oberlausitz. Von dort geht es nach Polen. Der erste Konvoi war am Freitag gestartet und ist über Tschechien nach Polen gerollt. Von dort fahren beide ins Baltikum.



Die Fähigkeit zur Zusammenarbeit auszubauen, ist das Ziel der Teilnahme der Bundeswehr am "Dragoon Ride". Das macht der Kommandeur der "Zwölfer", Brigadegeneral André Bodemann, deutlich. Das betont auch Generalmajor Bernd Schütt, Kommandeur der 10. Panzerdivision. Er verweist auch auf das strategische Signal, das von der Übung ausgeht. "Dragoon Ride" zeige den Willen der Nato, sich zu verteidigen. Schütt überreicht zudem dem Kommandeur des 2. US-Kavallerieregiments, Oberst John V. Meyer III, für dessen Einsatz für die Partnerschaft mit der Panzerbrigade 12 das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Silber.

Empfang in Luhe


Während die letzten amerikanischen Fahrzeuge durch Luhe Richtung Autobahn rollen, bittet Bürgermeister Karl-Heinz Preißer die Offiziere und die Gäste, darunter neben den Diplomaten auch Militärattachés aus Berlin sowie Politikwissenschaftler aus Regensburg zum Empfang. Die Zuschauer entlang der Ortsdurchfahrt winken den Soldaten zu. Nur an einem Haus am südlichen Ortseingang hängen zwei weiße Protesttransparente: "Make peace not war (Macht Frieden nicht Krieg)" steht auf dem einen, "This is not America (Dies ist nicht Amerika)" auf dem anderen.
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