Interview mit Thomas Diertl
SC Luhe-Wildenau wieder auf gesunde Beine stellen

Thomas Diertl ist neuer Chef der Fußballer des SC Luhe-Wildenau. Bild: hfz
Sport
Luhe-Wildenau
14.01.2016
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Der arg gebeutelte Fußball-Bezirksligist SC Luhe-Wildenau stellt die Weichen für eine bessere Zukunft. Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung konnte der zuletzt kommissarisch von Siegfried Goschler ausgefüllte Posten des Abteilungsleiters wieder neu besetzt werden.

Der 41-jährige Thomas Diertl lenkt künftig die Geschicke der Fußballer. Und der Neuling ist um seine Aufgabe nicht zu beneiden. Im vergangenen halben Jahr wandelte der ehemalige Landesligist des öfteren an der Schwelle zur Abmeldung aus dem laufenden Spielbetrieb. Im Gespräch mit dem "Neuen Tag" erklärt Diertl, wie er das Schiff des SC wieder in ruhigere Fahrwasser lenken will.

Herr Diertl, welchen Plan holen Sie für die schwierige Aufgabe beim SC Luhe-Wildenau aus der Schublade?

Thomas Diertl: Meine Arbeit ist tatsächlich sehr strategisch angelegt. So einen Neuaufbau organisiert man nicht in wenigen Tagen oder Wochen. Wir wollen wieder Meilensteine setzen. Mit wir meine ich ein Team um Trainer Roland Rittner, Siggi Goschler, Stefan Grünwald und mich.

Welche Ziele verfolgen Sie?

Diertl: Zunächst einmal müssen wir wieder eine schlagkräftige und konkurrenzfähige Truppe auf die Beine stellen. Wir wollen wieder ein lukratives Ziel für junge, motivierte Kicker sein. Die Integration einheimischer Nachwuchskräfte hat oberste Priorität. Uns allen ist bewusst, dass wir in naher Zukunft zunächst kleinere Brötchen backen müssen.

Gibt es schon konkrete Erfolgsmeldungen?

Diertl: Wir konnten für die Rückserie fünf junge einheimische Spieler wieder dafür begeistern, für den SC aufzulaufen. Unsere Planungen sind aber bereits auf die kommende Kreisliga-Saison ausgerichtet.

Wie steht es um den Nachwuchs?

Diertl: In der Vergangenheit wurde nur auf die Senioren geschaut. Wer es nicht ins Herren-Team schaffte, ging weg. Das rächt sich jetzt. Wir wollen junge SC-Spieler, die bei anderen Vereinen aktiv sind, wieder zurückholen. Sie sollen Teil einer positiven Entwicklung sein. Die Gründung einer zweiten Herren-Mannschaft wäre dann die logische Konsequenz.

Und wie ist die Lage bei den ganz Kleinen?

Diertl: Wir haben eine G-, F- und D-Jugend im Spielbetrieb, teilweise in einer Jugendfördergemeinschaft. Plan ist es daher, wieder alle Altersklassen selbstständig besetzen zu können. Um hier entsprechende Anreize setzen zu können, wären ein Schnuppertraining, eine Übungseinheit mit einem Ex-Profi oder ein Trainingscamp in den Ferien Optionen.

Und dann soll es mit den Herren schnellstmöglich wieder zurück in die Bezirksliga gehen?

Diertl: Dieses Ziel wäre völlig vermessen. Jeder Sportler will erfolgreich sein, aber wir sollten maßvoll wachsen, eine solide Basis schaffen und jungen Spielern die besten Rahmenbedingungen für ihr Hobby bieten. So ein Chaos wie im letzten halben Jahr darf sich nie mehr wiederholen.
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