Ärger um vorzeitige Pachtverlängerung bei Jagdgenossenschaft Neudorf
Nur ein Jäger schießt weiterhin

Vermischtes
Luhe-Wildenau
08.03.2016
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Neudorf. Nur eines der drei Jagdreviere ist auf weitere sechs Jahre verpachtet. Bei den anderen beiden lagen zwar Angebote der Pächter vor, doch über die Konditionen konnten sich die Pächter mit den Jagdvorstehern nicht einigen.

Johann Schlegl freute sich im Gasthaus Schärtl über den Besuch von 23 Jagdgenossen zur Jahreshauptversammlung. Gemäß forstwirtschaftlichem Gutachten zur Waldverjüngung bleibt der Abschussplan unverändert. Der Versuch, Hecken mit einem Forstmulcher zurückzuschneiden, hat sich nach seiner Ansicht bewährt.

Trotz vieler Ausgaben ist der Kassenstand angestiegen. Rund 2000 Euro zahlte die Jagdgenossenschaft für das Heckenschneiden, die andere Hälfte übernahm der Markt. Die Instandsetzung der Wege kostete 1500 Euro. Der Jagdpachtschilling für 2016 soll in der Kasse bleiben.

Angebot abgelehnt


Der Versammlung lagen drei Angebote für die Verlängerung der Jagdreviere vor, die aber so auf Ablehnung stießen. Pächter Alfons Schmidt sprach von der schwierigen Wildschweinjagd. Einen Wildschaden habe er regulieren müssen. Dennoch einigte er sich auf eine Verlängerung auf sechs Jahre zu den bisherigen Bedingungen.

2017 laufen die Pachtverträge für die drei Jagdreviere aus. Die Pächter Ernst Härning, Schmidt und Leo Bäumler könnten vorzeitig verlängern. Deren Angebote wichen teilweise von den Absprachen ab. Alle drei Anträge hatten fast den gleichen Wortlaut und die gleichen Bedingungen. Als Hektarpreis wurde weniger geboten als bisher, außerdem wollten die Jäger keine Wildschäden mehr übernehmen.

In der Versammlung hatten alle drei nochmals Gelegenheit, ihre Gründe vorzubringen oder ihr Angebot zurückzunehmen. Härning bezeichnete die Jagdsituation im Revier Neudorf Nord als schlecht. "Wenig Rehe, aber Wildschweine, die nicht unter Kontrolle zu bringen sind." Wenn er für Wildschäden haftbar gemacht werden soll, sei das ein unkalkulierbares Risiko.

Bedingungen inakzeptabel


Bäumler bekundete zwar Interesse an der Jagd, aber nicht zu den bisherigen Bedingungen. Er habe im vergangenen Jahr die meisten Schweine geschossen. Einen Wildschaden brauchte er bisher nicht zu begleichen. Eine Deckelung der Wildschäden lehnten alle drei Jagdpächter ab.

Vorsteher Schlegl nannte das Vertrauensverhältnis zwischen Pächtern und Jagdgenossenschaft, insbesondere zu seiner Person, gestört. Bisher habe man, bis auf den einen Fall, alles im gegenseitigen Einvernehmen geregelt. Vom Angebot der Jagdpächter sei er enttäuscht. Er sprach von der Möglichkeit, die Pachtzeit von zwölf auf sechs Jahre zu halbieren.

Johann Kick war ebenfalls enttäuscht von Bäumler. Nicht einmal eine Brotzeit hätten betroffene Bauern erhalten. "So geht man mit den Landwirten nicht um."

Michael Müller und Wolfgang Schraml sowie Kick waren sich einig, dass man die Jagdpächter nicht aus der Verantwortung für Wildschäden komplett entlassen wolle. "Das ist eine Einladung, die Wildschweine nicht mehr zu bejagen." Alle wünschten sich eine Deckelung, über deren Höhe man reden könne.

Neuvergabe 2017


Härning und Bäumler waren nicht bereit, ihr Angebot zu ändern. Unter diesen Konditionen votierte nur jeweils ein Jagdgenosse für eine Verlängerung. Die Folge ist nun, dass die Reviere Mitte und Süd im kommenden Jahr neu vergeben werden.
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