Bewohner fühlen sich an „Die Vögel“ erinnert
Krieg der Störche: Kampf um den Horst

Vermischtes
Luhe-Wildenau
06.05.2016
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Luhe. Jetzt ist wieder Ruhe eingekehrt und für klare Fronten gesorgt. Das Ehepaar Storch sitzt in der guten Stube von Luhe in seinem Horst auf dem Dach der Metzgers- und Gastwirtsfamilie Tretter und brütet seit gut einer Woche seine Eier aus. Doch so idyllisch war es bis vor kurzem keineswegs.

Herr Storch kam Ende Februar angeflogen, einige Zeit später seine Frau. Und nicht nur sie. Plötzlich war ein weiteres Vogelpaar da - einer davon beringt - und ein Einzelgänger. Und schon ging sie los, die Rauferei um den Horst. "So etwas haben wir noch nicht erlebt", erzählt Gisela Tretter. "Die haben da oben gerauft, dass die Federn nur so geflogen sind", schildert ihr Mann Karl. Teilweise seien die "Kinderbringer" zu dritt im Nest gestanden. Nicht selten kam es vor, dass die großen Vögel in Flugformation hinter- und nebeneinander über den Marktplatz eingeflogen sind. Die anderen saßen mitunter verteilt auf den umliegenden Häusern. Gar manchem Beobachter kamen da schon Erinnerungen an den Thriller "Die Vögel" von Alfred Hitchcock.

Zimperlich seien die Vögel mit ihren Artgenossen nicht umgegangen, bestätigt auch Juniorchef Stefan Tretter. Das Luher Vorjahrespaar - gut gebaut übrigens - habe sein Nest vehement verteidigt. Als er eines Abends das Wirtshaus zugesperrt habe, sei einer der Eindringlinge mit Radau rückwärts aus dem Horst hinaus auf das Dach geworfen worden. "Der is hi'", sei sein erster Gedanke gewesen. Am nächsten Tag sei die "Kriegsverletzung" dann zu sehen gewesen. Ein Flügel hing etwas schräg an dem Vogel herab.

Nach tagelangem Geklappere und "Schnabelgewetze" hätte das Luher Paar den Eindringlingen aber gezeigt, wo's lang geht, nämlich in Richtung Abflug. Die Herbergsgeber vermuten, dass vielleicht aufgrund der steigenden Populationen Kämpfe um Nistplätze entstehen. Jetzt herrsche aber wieder Frieden und alle Blicke richten sich auf den zu erwartenden Storchennachwuchs.
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