Im alten Schlachthaus wird Hundefutter produziert
Roh, nicht gekocht

Vermischtes
Luhe-Wildenau
17.11.2016
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Daniel Schmidt produziert in einem alten Schlachthaus "Barf" (biologisch-artgerechtes Rohfutter). Gesund, möglichst natürlich und ohne industrielle Zusätze sollte seiner Meinung nach Nahrung für den Hund sein.

"Unsere Rezepturen sind einzigartig. Wir versuchen, eine gesunde Mischung aus 60 Prozent Fleisch und 40 Prozent Gemüse zusammenzustellen", erklärt Schmidt. "Wir sind die erste bayerische Manufaktur für die Herstellung von biologisch-artgerechtem Rohfutter", weiß Geschäftspartner Aleksey Smirnov.


Schmidt ist seit fünf Jahren im Geschäft.
Der Forchheimer lebte eine Zeitlang in Berlin. Nach einer unglücklichen Beziehung wollte er mit seinen beiden Hunden "Schimansky" und "Cleo" einen neuen Weg einschlagen und zog in die Oberpfalz. In die Futter-Produktion ging er, weil Dobermann "Schimansky" vor wenigen Jahren schwer erkrankt war. "Er hatte schlimme Magenschmerzen und schwere Probleme mit den Gelenken," erzählt Schmidt. "Dann habe ich mich informiert." Der Hundefreund lernte von Naturheilpraktikern für Tiere, Jägern und Förstern. Als er schließlich die Ernährung seiner Tiere von Industriefutter auf "Barf" umstellte, seien die Beschwerden verschwunden.

Regionale Fleischquellen


"Ich wollte meinen Erfolg an andere Menschen weitergeben." Berlin war ihm allerdings zu teuer, und die Fleischqualität in der Umgebung sei zu schlecht. So ging er zurück nach Bayern. Im alten Schlachthaus gegenüber der Kirche in Oberwildenau hat er ein Plätzchen gefunden. "Meine Fleischquellen sind nicht aus Massentierhaltung. Ich kaufe bei Metzgern aus der Umgebung. Hier kann ich sicher sein, dass die Qualität stimmt."

Alle vier bis sechs Wochen bereitet er die Nahrung zu. Fleisch wird nicht gekocht, sondern roh, vermischt mit Gemüse und Kräutern, verpackt. Für ihn stehen Natürlichkeit und gesundheitliche Verträglichkeit des Futters im Mittelpunkt. Aktuell verkauft er seine verschiedenen Menüs im Internet. Seine kleines Unternehmen heißt "Der Waldschrat". Schmidt orientiert sich an der natürlichen Ernährung der Vierbeiner. Als Vorbild diene ihm das Essverhalten von Wölfen, sagt er. "Das Waldtier reißt zum Beispiel ein Reh und stürzt sich zunächst auf den Mageninhalt. Der enthält wichtige Enzyme, Fettsäuren und Kulturen, die die Verdauung unterstützen." Die Tiere machten sich vornehmlich an die Innereien, Fleisch und Knochen seien erst der Nachtisch und der "Zahnstocher".

Kräuter obendrauf


Schmidt sagt, er wolle die Leute aufklären. Dazu fährt er auf Messen, hält Seminare und spricht mit seinen Kunden. Industriefutter enthalte oft unnötige Zusatzstoffe, Zucker, gekochte Eiweiße und zu wenig Fleisch. Häufig seien auch Antibiotika aus der Massentierhaltung oder geschredderte Kücken darin.

"Der Waldschrat" verarbeitet vor allem Rind, Pferd, Wild, Lamm, Huhn und Pute. "Schweinefleisch kann Gicht bei Hunden verursachen", behauptet Schmidt. Hinzu kommen Gemüsesorten wie Karotte, Gurke und Kartoffeln sowie diverse Kräuter wie Basilikum Petersilie, Bärlauch und Löwenzahn.
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