Marktgemeinderat in Luhe-Wildenau tagt
Seniorenresidenz soll kommen

Auf den bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen links der Hauptstraße gegenüber der bestehenden Bebauung sollen die Seniorenresidenz und die Gebäude für betreutes Wohnen errichtet werden. Bild: bey
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Luhe-Wildenau
23.02.2016
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Für sechs Bauvorhaben und eine Bauvoranfrage erteilte der Marktgemeinderat das gemeindliche Einvernehmen. Die Bauvoranfrage betraf die Errichtung eines Seniorenwohnheimes in Oberwildenau.

Die Errichtung dieses Projektes sei vom Planer und dem Bauwerber mit dem Landratsamt abgesprochen, berichtete Bürgermeister Karl-Heinz Preißer. Die fehlenden Nachbarunterschriften würden vom Bauwerber noch eingeholt. Das Vorhaben umfasst eine Seniorenresidenz und, räumlich getrennt, ein Gebäude für betreutes Wohnen. Aufgrund des Abstandes der beiden Gebäude wäre in der Mitte noch eine Erweiterung des betreuten Wohnens durch ein weiteres Gebäude möglich.

Die weiteren Bauvorhaben betrafen einen Wohnhausan- und Dachgeschossausbau mit Balkonerweiterung in Neudorf im Stacherweg, den Umbau einer landwirtschaftlichen Lagerhalle zu einem Wohnhaus, ebenfalls in Neudorf, Untere Stadlgasse 5. Das Gremium genehmigte zudem die Überbauung eines Parkplatzes mit einem Carport in Luhe, Gewerbegebiet "Obere Tratt", den Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Garage, ebenfalls in Luhe, beim kleine Wendehammer in der Straße "Am langen Steg". Auch einen Tekturbauantrag zur Nutzungsänderung, einen Wohnhausanbau und den Anbau eines Wintergartens in Oberwildenau, Asternweg in Höhe der Einmündung des Dahlienweges, genehmigten die Räte. Auch zur Errichtung einer Elektrozaunanlage auf einer Pferdekoppel in Luhe, im Ortsteil Glaubenwies, gab es keine Einwände.

Keine Notwendigkeit einer offenen GanztagsklasseIn der Grundschule Luhe wird keine offene Ganztagesklasse eingeführt. Der Marktgemeinderat lehnte eine entsprechende Antragstellung ab. Ein früherer Antrag war bereits abgelehnt worden. Im Falle einer positiven Entscheidung des Marktgemeinderates wären erhebliche Kosten auf die Marktgemeinde zugekommen, die nicht mit dem staatlichen Zuschuss in Höhe von 28 200 Euro hätten abgedeckt werden können. Bürgermeister Karl-Heinz Preißer informierte den Marktgemeinderat, dass die Bewerbung für das kommende Schuljahr wieder möglich sei.

Nach den Worten des Marktoberhauptes zeigt Schulleiter Matthias Holl keine zwingende Notwendigkeit an der Einführung der offenen Ganztagesklasse. Laut Preißer würde die Einführung räumliche Änderungen im Schulgebäude bedingen. So müsste beispielsweise eine Schulküche mit integriertem Speisesaal eingerichtet werden. Für die Kinder würde die offene Ganztagesklasse eine tägliche Anwesenheitspflicht bis 16 Uhr bedeuten. In jedem Fall aber steigen nach Erkenntnis der Marktverwaltung die Personalkosten.

Der Bürgermeister betonte die sehr guten Erfahrungen mit der bisherigen Mittags- und Nachmittagsbetreuung. Einstimmig entschied der Marktgemeinderat, am Ist-Zustand festzuhalten. (bey)


Bitte nachsitzen!
(fle) In der Tat gehört der Unterschied zwischen einer gebundenen und offenen Ganztagsschule nicht unbedingt zum Allgemeinwissen. Allerdings sollten sich Bürgermeister und Gemeinderäte mit der Thematik befassen, wenn sie darüber abzustimmen haben, ob sich die Kommune an einem der beiden Modelle beteiligt.In Luhe-Wildenau gibt es dafür die Note mangelhaft. Nachdem im Bericht von der Gemeinderatssitzung und den Aussagen von Grundschulleiter Matthias Holl gewisse Diskrepanzen auffielen, wollte es die Redaktion genau wissen und fragte bei einigen Gemeinderäten nach. Debattierte das Gremium nun die Einführung einer gebundenen oder einer offenen Ganztagsschule?

Das erstaunliche Ergebnis: Einige waren sich sicher, dass es um die gebundene Form ging, schon mehr votierten für die offene Variante. Die große Mehrheit der Räte aber gestand offen und ehrlich: "Ich hab' keine Ahnung" oder "So genau habe ich da jetzt nicht durchgeblickt".

Das Votum fiel einstimmig aus - gegen die Einführung der offenen Ganztagsschule in Luhe-Wildenau. Dabei handelt es sich um ein freiwilliges, schulisches Angebot mit Hausaufgabenbetreuung und Freizeit-Aktivitäten am Nachmittag. Dagegen wäre der Unterricht in der gebundenen Variante auf Vor- und Nachmittag verteilt.
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