Windkraft in Luhe sorgt weiterhin für Diskussionen unter den Bürgern
Zu viel Nähe schadet nur

Wirtschaft
Luhe-Wildenau
03.11.2014
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Drehen sich bei Luhe bald eine Reihe von Rotoren im Wind? Der Marktrat hätte nichts dagegen. Nun hofft die Bürgerinitiative auf den Landkreis.

Warum vor unserer Nase und nicht in einem größerem Abstand entsprechend der 10H-Regelung? Die Glaubenwieser und ein Teil der Luher Bürger verstehen die Welt nicht mehr, wenn Windkraft dem Einzelinteresse dient und der breiten Allgemeinheit Bauchschmerzen verursacht.

25 Glaubenwieser und einige Luher stehen der Zustimmung des Marktrats zur Herausnahme des Grundstücks Flurnummer 3691 Gemarkung Luhe aus dem Landschaftsschutzgebiet des Naturparks "Nördlicher Oberpfälzer Wald" kritisch gegenüber. Dies hatte das Gremium am 13. Oktober ohne Diskussion bis auf eine Gegenstimme (Norbert Wildenauer) parteiübergreifend beschlossen.

Nachbarn planen

Die Krux ist, dass dies der Investor Bögl-Wiesner aus Neumarkt beantragt, um auf dem Areal ein Windrad zu errichten. Erläuternd muss hinzugefügt werden, dass Bögl-Wiesner bereits einige Kilometer weiter im Bereich Deindorf/Wittschau einen solchen Rotor in der Endphase der Planung hat. Was den Bürgern noch mehr Schrecken bereitet, ist die Aussage von Bürgermeister Dr. Karl-Heinz Preißer in der Sitzung, dass wohl noch weitere Windräder in der Planung anstehen würden, teilweise auf Wernberg-Köblitzer Gebiet. Die Gemeinde sei da nicht direkt involviert. Dies erinnert an den Fall, als von Wernberger Seite der Markt Leuchtenberg ein Windrad bei Wittschau/Preppach vor die Nase gepflastert bekam und die Gemeinde Leuchtenberg im Landkreis Schwandorf kaum ein Mitspracherecht hat.

"Wissensstand ist, dass mehrere Anlagen geplant sind, aber laut Wernber-Köblitz weitere noch nicht eingereicht wurden", sagte der Gemeindechef in der Marktratssitzung. "Wie sollen wir uns wehren?", fragen sich einige Bürger. Sie sind sich sicher, dass sie nicht alleine sind und noch mehr Gegner hinzukommen, wenn denen die Auswirkungen vor Augen geführt werden.

Der Marktgemeinderat hat sich mit der Zustimmung zur Herausnahme der Fläche aus dem Naturschutzgebietn entschieden. Das würde dann als "Sondergebiet Windkraft" der Planung Tür und Tor öffnen. Damit wäre die gewollte 10H-Regelung (zehn Mal so viel Abstand zur Bebauung wie die Höhe) ausgehebelt. Die Gegner haben sich formiert als "Bürgerinitiative Luhe-Wildenau". In Glaubenwies im Hof der Familie Bauer setzte man sich zusammen (wir berichteten). An die Spitze der Bürgerinitiative stehen Maria Knorr (21) und Sabine Bauer (28). Die beiden jungen Frauen haben nicht vor, ihre Heimat zu verlassen. "Wären wir nur die Glaubenwieser, würde man uns wohl nicht ernst nehmen", vermuten die beiden. Aber es sind bereits Luher vom Koppelberg dabei.

Grund nicht verkauft

Georg Franzl belegte mit Daten, dass die Luher weitaus mehr beeinträchtigt wären, wie die Glaubenwieser. Er sprach damit den Schattenschlag und den Lärm der Rotoren an. "Ich habe vom Antragsteller sehr viel Geld für meinen Grund unweit der jetzigen Fläche geboten bekommen", sagte Franzl. Aber er habe abgelehnt, da er dies den Glaubenwiesern und auch Luhern das nicht antun möchte.
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